Schriesheim

Schriesheim Gemeinderatsitzung bespricht Ideen der Bürgerwerkstatt für Konzeptgestaltung

Nahversorgung in Altenbach wiederbeleben

Archivartikel

In Altenbach ist, nachdem auch noch die beiden Banken dichtgemacht haben und das letzte Lebensmittelgeschäft geschlossen hat, der Einzelhandel so gut wie ausgestorben. Das soll sich künftig auf Initiative der Einwohner ändern.

Hierzu hat der Ort einen Workshop und eine Bürgerwerkstatt ins Leben gerufen, bei denen die Bürger Ideen sammelten. Diese gesammelten Ansätze stellte Renate Hörisch-Helligrath (SPD) vor Kurzem dem Gremium in der Gemeinderatssitzung vor.

Die Richtung könnte einmal zu einem kommerziellen Trend, zu einem Dorfladen tangieren oder auch genossenschaftlich zu einer Poststelle und einem Café gehen. Hörisch-Helligrath bat die Verwaltung, zeitnah entsprechende Angebote einzuholen. Die Gemeinderäte stimmten den Anliegen der Altenbacher zu, erklärten aber auch, dass das Aussterben der Nahversorgung kein Einzelfall sei: Mit dem Phänomen des Sterbens insbesondere der kleineren Geschäfte habe auch die Kernstadt zu kämpfen, verdeutlichte Bernd Molitor (Grüne): „Es ist nicht einfach, in Altenbach einen Laden zu führen“. Die Einbeziehung der Bürger sei der erste Schritt in Richtung Ausbau der Nahversorgung.

Unterstützung zugesichert

Michael Mittelstädt (CDU) plädierte für ein Versorgungskonzept und schlug vor, sich Ideen aus anderen Kommunen mit ähnlichen Problemen zu holen. Ferner müsse die Ideenwerkstatt professionelle Unterstützung erhalten. Die Freien Wähler würden den Antrag der SPD unterstützen, bekräftigte Jutta Becker. Unterstützung kam ebenfalls von der FDP, jedoch mit einem Hauch von Skepsis. „Theorie und Praxis gehen auseinander“, argumentierte Wolfgang Renkenberger. Das beste und modernste Geschäft werde sich nicht halten können, wenn die Altenbacher dort nicht einkaufen. Als Beispiel führte er die örtliche Bäckerei Bernauer an, die überlege, im nächsten Jahr die Altenbacher Filiale zu schließen.

Liselore Breitenreicher (BgS) regte weiter an, beispielsweise den Schülern in den Pausen einzuräumen, ihr Pausenbrot in der Bäckerei zu kaufen. Dies sei jedoch nicht machbar, da es den Schulkindern nicht erlaubt sei, während der Schulzeit das Schulgelände zu verlassen, wurde ihr mitgeteilt. Thomas Kröber (AfD) sprach sich für die Erstellung eines Konzepts aus. „Das kann aber nur funktionieren, wenn die Altenbacher die Nahversorgung auch zum Einkaufen nutzen“. greg