Schriesheim

Schriesheim Ausstellertreffen für die Mathaisemarkt-Leistungsschau / Mehrere Veränderungen im Gewerbezelt

Neue Brauerei mit Stand beim Weinfest

Nicht nur Weihnachten kommt immer so plötzlich, sondern auch der Schriesheimer Mathaisemarkt, zumindest für seine Macher. In fast genau einem Monat startet das größte Fest im Vertreibungsgebiet dieser Ausgabe, und mit einem Tag Abstand dann auch die wichtigste Begleitveranstaltung: die Leistungsschau des Bundes der Selbstständigen (BdS). Am Montag trafen sich auf dessen Einladung die Teilnehmer zu einem ersten Gespräch.

„So viele waren zu diesem Anlass seit langem nicht mehr dabei“, freut sich BdS-Ortschef Rolf Edelmann. Umso überraschender seine Einlassung, wonach knapp 200 Quadratmeter in dem 1500 Quadratmeter großen Gewerbezelt noch nicht belegt sind – zieht man 200 Quadratmeter Verkehrsfläche ab, so ist noch fast ein Fünftel frei. „Falls Sie jemanden kennen, der mitmachen möchten, sprechen Sie bitte ihn oder mich an“, appelliert der Vorsitzende.

Doch Edelmann will nicht in der Rolle eines Pfarrers sein, der die Schäfchen, die gekommen sind, mit Wehklagen über jene nervt, die fehlen. Stattdessen freut er sich über das Programm, das im Gewerbezelt in diesem Jahr geboten wird. Denn neben alten Hasen – zwei sind bereits seit Mitte der 1980er Jahre dabei – gibt es auch manche Neulinge.

Handwerkerstand vergrößert

Und den ersten gleich am Eingang: Wo bisher der Fliesenhändler Sengewitz seinen Stand hat, zeigt sich nun die Firma Enilux. „Wir stellen LED-Leuchten hier“, berichtet ihr Vertreter an diesem Abend, und die will sie nun zeigen: „Wir wollten uns schon immer einen Messestand zulegen, und das haben wir jetzt gemacht.“

Kein Neuling, aber anders und größer aufgestellt als bisher, ist der Handwerkerstand, betrieben von Schriesheimer Firmen mit Unterstützung von Innungen und Kammer. „Im vergangenen Jahr haben mehrere Betriebe hier dringend benötigte Lehrlinge gefunden“, berichtet Edelmann. Dieses Angebot soll in diesem Jahr intensiviert werden: 125 Realschüler und 100 Schüler des Gymnasiums werden mit ihren Klassen an verschiedenen Tagen den Stand besuchen. Den lärmenden „Hau den Lukas“ wird es in diesem Jahr hier aber nicht geben, versichert Edelmann zur Freude der umliegenden Standbetreiber.

Eine Attraktion im Außenbereich wird sicher das Brauhaus „Zur güld‘nen Rose“, zwar am Ladenburger Marktplatz beheimatet, doch mit der Firmenzentrale in der Schriesheimer Bahnhofstraße 7. „Wir haben also jetzt eine Schriesheimer Brauerei“, betont Edelmann, „und die soll sich nun auch präsentieren dürfen.“ Da muss der Vertreter der Welde, seit Jahrzehnten mit ihrem Ausschank im Zelt – um im Bild der Branche zu bleiben – sichtlich etwas schlucken. Doch Edelmann beruhigt: „Ich denke, das ist keine Konkurrenz.“

A propos schlucken: Zum dritten Mal ist der pfälzische Weinvertrieb wieder dabei, dessen Premiere 2018 bei den Schriesheimer Winzern für einen Sturm der Entrüstung gesorgt hat – ohne jede Folgen. „Er kommt gerne wieder, denn er macht hier immer gute Geschäfte“, erläutert Edelmann dem „MM“ erfreut.

Nicht nur das Angebot an manchen Ständen wird für den Besucher neu sein, sondern auch die Wegführung. „Den seitlichen Ausgang zu den Toiletten wird es nicht mehr geben“, gibt Edelmann bekannt: „Das Landratsamt hat dies so verlangt.“ Stattdessen ist aus Sicherheitsgründen eine Tür mit zwei Flügeln gegenüber der Welde vorgeschrieben.

Neu sind auch die Öffnungszeiten. Bislang startet die Leistungsschau an Wochenenden um 11, an Werktagen auf Wunsch der Betreiber jedoch erst um 12. Künftig soll es durchgehend ab 11 Uhr losgehen. Grund: der Handwerkerstand und die Schulklassen, die ihn besuchen. „Die entsprechende Unterrichtsstunde, zu der sie herkommen, beginnt um 11.15 Uhr.“ „Wegen einem einzigen Stand müssen also alle anderen früher öffnen?“, beklagt einer der Aussteller. Doch Edelmann kontert: „Das ist ein großes Anliegen der Stadt, und das unterstützen wir.“

Abends geht es bis 19 Uhr, im Gastrobereich bis 21 Uhr, freitags und samstags bis 22 Uhr. Nur ein Problem ist ungelöst, das einer der neuen Aussteller anspricht: „Wie ist es denn mit dem Parken?“ – und nur mitleidiges Gelächter erntet.