Schriesheim

Schriesheim Investor tritt Grundstücksteil am unteren Burgweg an Stadt ab / Ausschuss für Technik und Umwelt sieht „einmalige Chance“ und „wichtige Maßnahme“

Neuer Gehweg soll Sicherheit bringen

Archivartikel

Bürgermeister Hansjörg Höfer nannte es eine „Aufwertung an der Stelle“ und sprach von einer „Gelegenheit, die man nutzen müsse“: Anfang April wurde ein Grundstück am unteren Teil des Burgweges veräußert, es handelt sich um die Hausnummern 2 bis 4. Ein Investor möchte dort bauen. Doch auch die Stadt Schriesheim hat Interesse an dem Grundstück, wenn auch aus anderen Gründen. Die Verwaltung konnte nun mit dem Käufer eine Einigung erzielen, die beide Interessen berücksichtigt. Der Ausschuss für Technik und Umwelt segnete den entsprechenden Verwaltungsvorschlag dazu jetzt ab.

Auch Schulkinder betroffen

Der Stadt Schriesheim geht es um die Fußgänger, denn im Bereich des unteren Burgweges auf Höhe des genannten Anwesens gibt es keinen Gehweg, weder auf der einen noch auf der anderen Straßenseite. Die Häuser stehen dort direkt an der Straße. In ihrem Fachvortrag sprach Beate Kreis vom Bauamt noch ein weiteres Problem an: „Hier verläuft ein Schulweg.“ Die neue Straße soll an der Stelle 3,90 Meter breit werden mit einem 1,50 Meter breiten Gehweg. Aus städtebaulicher und auch aus verkehrstechnischer Sicht besteht hier demnach dringender Handlungsbedarf, für die Stadt sei das Projekt „von großer Bedeutung,“ so Kreis.

Der Investor möchte die bestehenden Gebäude abreißen und ein Mehrfamilienhaus auf dem Grundstück errichten, einer informellen Bauvoranfrage hatte der Ausschuss schon früher mehrheitlich zugestimmt. Aber auch die Stadt hat dem neuen Eigentümer des Grundstückes bereits ihre Interessen signalisiert: Sie möchte entlang der Straße ein Teil des Grundstückes erwerben, um dort den Gehweg zu errichten, sowie noch einen weiteren Teil des Grundstückes im hinteren Bereich für einen Fußweg als direkte Anbindung zum Stadtkern. Es geht um insgesamt 68 Quadratmeter, die die Stadt haben möchte.

Theoretisch könnte die Stadt ein Vorkaufsrecht für das ganze Grundstück ausüben, das steht ihr nach dem Baugesetzbuch zu. „Wir wollen aber nur die Fläche für die Aufwertung, wir wollen nicht das ganze Grundstück“, sagte Kreis in ihrem Vortrag. Davon ließ sich der Investor überzeugen und will der Stadt nun die erforderlichen Grundstücksteile verkaufen, so dass jede Partei ihre Interessen an der Stelle verwirklichen kann. Der Kaufpreis der Stadt errechnet sich aus dem anteiligen Quadratmeterpreis sowie den noch zu bestimmenden anteiligen Abbruchkosten.

Zunächst mündliche Absprache

Diese Einigung mit dem neuen Eigentümer des Grundstückes sei zunächst noch eine „mündliche Absprache“, darauf wies Bürgermeister Höfer noch hin, denn „erst was schriftlich vereinbart ist, zählt.“ Aber für den schriftlichen Vertrag mit der Stadt müssen erst die Grundstücksteile genau vermessen werden. Immerhin, die Stadt erhält vom Land einen Zuschuss von 60 Prozent der Kauf- und Abbruchkosten.

Sämtliche Fraktionen stellten sich hinter die Verwaltung und lobten den Vorschlag: Christian Wolf (Grüne Liste) bezeichnete das Vorhaben als eine „ganz wichtige Maßnahme“, Michael Mittelstädt (CDU) nannte sie konsequent, auch die Freien Wähler sprachen von einer „einmaligen Chance“, ähnlich wie die SPD, die nochmals die Bedeutung für die Stadt hervorhob. Einstimmig votierte der Ausschuss für den Verwaltungsvorschlag und genehmigte überplanmäßig die notwendigen Mittel von 25 000 Euro.

Als „eine wichtige Maßnahme“ bezeichnete auch eine Anwohnerin das Vorhaben. „Der Gehweg fehlt hier, das ist nicht gut, so wie es ist.“ Allerdings sprach die Frau, die ihren Namen nicht in den Medien lesen möchte, noch ein weiteres Problem an: „In Schriesheim ist der Gehweg für viele Autofahrer einfach ein freier Parkplatz. Wenn auf dem neuen Gehweg dann später verbotenerweise Autos parken, dann haben wir viel Geld für nichts ausgegeben und letztlich nichts erreicht.“