Schriesheim

Schriesheim Rat beschließt Architekten-Ideenwettbewerb

Neues Altenheim als Chance

„Wir waren uns der Schwierigkeiten bewusst“, betonte Stadtrat Bernd Molitor (Grüne Liste), als der Gemeinderat am Mittwochabend unter Corona-Bedinungen in der Mehrzweckhalle über die Zukunft des Altenheims „Edelstein“ in der Talstraße diskutierte. Die Zukunft der Einrichtung mit ihren 54 Heimplätzen sei mit der veralteten Bausubstanz, dem Grundriss und der Struktur nicht mehr gewährleistet gewesen, sie entspreche auch nicht mehr den heutigen gesetzlichen Anforderungen, so die Stadtverwaltung in ihrer Vorlage.

Doch jetzt habe sich eine Lösung aufgetan, „mit der alle sehr zufrieden sind“, freute sich nicht nur Molitor. Das Altenheim soll, wie berichtet, auf das 2018 geschlossene Gelände des Autohauses Gärtner an der Landstraße 108 (B 3) in einen Neubau umziehen. Und das soll städtebaulich und gestalterisch etwas Besonderes werden. Deshalb hat der Gemeinderat für das Projekt einen Ideenwettbewerb für Architekten ausgeschrieben und dafür einstimmig einen Betrag von 57 000 Euro zur Verfügung gestellt.

Gebäude mit 90 Einzelzimmern

Allseits herrschte Zufriedenheit bei Bürgermeister, Verwaltung und Ratsfraktionen. Hansjörg Höfer lobte die Geschlossenheit im Gemeinderat für ein Projekt, „das Weichen stellen wird“. „Alten- und Pflegeheim, betreutes Wohnen, das wird für die Zukunft Schriesheims ein wichtiger Beitrag sein“, betonte der Bürgermeister.

„Ein Seniorenzentrum mit Entwicklungspotenzial“ nannte Karl Reidinger (CDU) den geplanten Neubau mit 90 Einzelzimmern. Der Planungswettbewerb für ein architektonisches Konzept sei da ein guter Weg. „Da haben wir Einfluss auf die Gestaltung, wenn frühzeitig Experten einbezogen werden“, ergänzte Molitor, Jetzt gelte es, Schritt für Schritt zu gehen und wirklich auch alle Beteiligten in den Prozess einzubeziehen.

Gelände vielleicht Wohngebiet?

Für das jetzige Edelstein-Areal sollten alle Optionen offen sein, forderte Jutta Becker von den Freien Wählern (FW). Für ihre Kollegin Gabriele Mohr-Nassauer (SPD) hat „die Idee eines Geländetausches Charme“. Es sei notwendig und dringlich gewesen, dass „Edelstein“ in Schriesheim bleibe. Und aus dem Gelände an der Talstraße könne vielleicht ein Wohngebiet werden, für Familien, mit bezahlbarem Wohnraum „in einer schönen Ecke Schriesheims“.

„Senioren mitten im Leben drin“, sieht Ulrike von Eicke (FDP) dagegen auf dem ehemaligen Gärtner-Areal an der B 3, näher zur Stadt, zu den Geschäften und zum Öffentlichen Nahverkehr. Die älteren Mitbürger bräuchten außerdem weniger Parkraum und verursachten weniger Autoverkehr. „Ich bin sehr gespannt, was die Architekten hier entwickeln werden“, sagte die Stadträtin der Liberalen.