Schriesheim

Schriesheim Gestern Abend tagte der Marktausschuss des Gemeinderates / Vorbereitungen für Fest im März 2018 laufen

Neues Sicherheitskonzept für den Mathaisemarkt

Die veränderte Sicherheitslage im Lande hat auch Auswirkungen auf das größte Fest der Umgebung: Die Stadt Schriesheim will für ihren Mathaisemarkt ein umfassendes Sicherheitskonzept erarbeiten lassen. Die Kosten dafür belaufen sich auf bis zu 50 000 Euro, da dazu auch professionelle Sicherheitsexperten hinzugezogen werden sollen. Dies wurde in der Sitzung des Marktausschusses des Gemeinderates gestern Abend bekanntgegeben. Die definitive Entscheidung trifft der Gemeinderat.

Der Mathaisemarkt, der jeweils am ersten März-Wochenende startet und zehn Tage lang dauert, ist mit mehr als 120 000 Besuchern (2017) die größte Veranstaltung der Region. Mit dem Festumzug und der Mittelstandskundgebung im Festzelt, zu der regelmäßig hochrangige Politiker zu Gast sind, "hat sie ein besonderes Gefahrenpotenzial", erklärte der stellvertretende Leiter des Ordnungsamtes, Dominik Morast.

In den zurückliegenden Jahren habe sich die Arbeit von Polizei, Feuerwehr und Rotem Kreuz eingespielt, betonte Morast: "Die leisten ausgezeichnete Arbeit." Gleichwohl sei es nötig, ein umfassendes Konzept zu erarbeiten und schriftlich zu fixieren. "Wir brauchen ein Papier, das wir im Schadensfall einem Richter vorlegen können und das zeigt, dass wir uns vorbereitet haben", brachte Morast es auf den Punkt: "Wir kommen da nicht drum rum."

Für die Erarbeitung des Konzeptes sollen professionelle Sicherheitsexperten bzw. Sicherheitsunternehmen hinzugezogen werden. Die Kosten bezifferte Morast daher auf "zwischen 15 000 und 50 000 Euro". "In Bad Dürkheim hat dies 60 000 Euro gekostet", berichtete Bürgermeister Hansjörg Höfer von seinem Gespräch mit dem Rathaus-Chef jener Stadt, in der der Dürkheimer Wurstmarkt mit 600 000 Besuchern stattfindet. "Das sind zwar mehr als bei unserem Mathaisemarkt, allerdings ist es dort auch einfacher, da das Festgelände eingezäunt ist."

Höfer und Morast lag die Botschaft am Herzen, dass das neue Konzept zwar auch, aber nicht primär durch eine mögliche Terrorgefahr verursacht sei: "Es geht um so schlichte Fragen wie: Was machen wir, wenn während des Feszuges ein Unwetter losbricht?", erläuterte Höfer. "Oder was ist zu tun, wenn das Festgelände schnell komplett geräumt werden muss - sei es wegen Unwetter oder Bombendrohung."

Skepsis bei den Gemeinderäten

Im Ausschuss stieß das Vorhaben der Verwaltung auf Skepsis. "Ich befürchte, dass es beim Festzug zu Einschränkungen kommt", meinte Barbara Schenk-Zitsch (Grüne). Jutta Becker (Freie Wähler) nannte als Beispiel die Folgen der bereits geltenden Vorgaben des Wirtschaftskontrolldienstes und des Brandschutzes für Veranstaltungen: "Das kann ein Fest kaputtmachen." Frank Spingel (CDU) stellte die Frage, ob ein solches Konzept wirklich nötig sei: "Die Polizei weiß doch, was zu tun ist, wenn ein prominenter Politiker kommt oder ein Umzug steigt."

Dem widersprach Morast entschieden: "Wenn ich im Revier in Weinheim anrufen und fragen würde, wie soll ich den Festplatz räumen, dann sagen die mir: Überlegt Euch was, es ist Eure Veranstaltung."