Schriesheim

Schriesheim Evangelische Stadtkirche startet ihre diesjährige Konzertreihe „Orgelmusik zur Marktzeit“

Ort für Ruhe und Einkehr

Die Idee der „Orgelmusik zur Marktzeit“ entstand in der Zeit der Renovation der evangelischen Stadtkirche vor einigen Jahren. Heute erstrahlt das Gotteshaus in neuem Glanz, auch die historische Orgel betört ihre Zuhörer stets aufs Neue durch ihre mächtige Klangfülle.

Seither lädt die Kirche Marktbesucher und andere Passanten dazu ein, für eine halbe Stunde den Alltag zu vergessen und bei den Klängen der Orgel innere Ruhe zu finden, Kraft zu tanken und voller Energie in den Tag wieder hinauszugehen. Am Wochenende erfolgte der Start in den diesjährigen Konzertsommer.

Begrüßt wurden die Besucher von Rainer Nobiling, der ihnen etwas „Zeit der Entspannung“ versprach. In die Kirche selbst lockte das Konzert nur wenige, doch die angrenzende Terrasse des Begegnungszentrums „mittendrin“ füllte sich mit Gästen, die dort bei Kaffee und Kuchen der Orgel lauschten.

Für das erste Konzert hatte Kantor Martin Fitzer Werke wenigerbekannte und gespielte, aber doch recht anspruchsvolle Werke ausgewählt, die mit sanften und ruhigen Tönen beginnen, rasanter werden und mit einem Paukenschlag enden.

Mit den Variationen „Ciacona in f“ des Nürnberger Musikers und Komponisten Johann Pachelbel eröffnete Fitzer die diesjährige „Orgelmusik zur Marktzeit“. Das Stück ist in Moll geschrieben, jedoch frei von jener Düsternis, die man gemeinhin Stücken in Moll zuschreibt. Ein Stück, bei dem die gesamte klangliche Bandbreite, die eine Orgel zu bieten hat, zum Ausdruck kommt. Während im Bass sich das Thema wiederholt, entfalten sich im oberen Bereich Tanzvariationen.

Ebenfalls in Moll gehalten war das zweite Stück „Concerto in a-Moll“ von Guiseppe Torelli. In seiner Einführung verwies der Kantor darauf, dass dieses Stück als ein Violinkonzert komponiert und erst später von Johann Gottfried Walther für Orgel transkribiert wurde.

Zum Abschluss des kleinen Orgelkonzertes wählte Fitzer die „Suite romantique“ in vier Sätzen des zeitgenössischen kanadischen Komponisten Denis Bédard. In diesem Stück konnte der Organist die „Königin der Instrumente“ virtuos und facettenreich in Szene setzen. Es ist ein Stück, das eine gefühlvolle Empfindsamkeit zeigt und mit einer klang gewaltigen „Toccata“ abschließt, die schier die Wände wackeln ließ. Das Publikum dankte für die musikalische Meditation mit viel Applaus.

Freuen darf man sich schon auf die nächsten Orgelkonzerte zur Marktzeit. Am Samstag, 16. Juni, spielt in dieser Reihe Dieter Kreutz.