Schriesheim

Schriesheim Diskussion im Gemeinderat um „Bauhütte“-Vorhaben / Zunahme des Verkehrs in der Max-Planck-Straße befürchtet

Parkende Autos werden immer mehr zum Problem

Archivartikel

Mehlschwalben, ein Grundstücksverkauf und vor allem Parkplätze waren es, die im Bebauungsplanverfahren „Ladenburger Straße 7“ für Bedenken sorgten. Die Genossenschaft „Bauhütte“ möchte die maroden Gebäude an der Stelle abreißen und durch drei Wohnblöcke ersetzen; die Naturschutzbehörde des Landratsamts fand im alten Dachstuhl Vogelnester und schlug deren Umsiedlung vor. Der Gemeinderat war damit ebenso einverstanden wie mit dem Verkauf eines 92 Quadratmeter großen Grundstücks an den Bauträger, das die Stadt sich vor Jahren als Wendefläche gesichert, aber nie gebraucht hatte.

Schwerer tat sich das Gremium dagegen mit der Stellungnahme von Nachbarn aus der Max-Planck-Straße. Sie wehrten sich gegen vier Parkplätze, die von ihrer Straße aus angefahren werden sollen. In der Sitzung stellten sie ihr Anliegen noch einmal dar, sprachen von einer Zunahme des Verkehrs und der Gefährdung von Kindern, doch eine Frau war skeptisch: „Wir haben nicht den Eindruck, dass auf die Bedenken eingegangen wird.“

Der Gemeinderat bemühte sich nach Kräften, diesem Eindruck entgegen zu wirken; Bürgermeister Hansjörg Höfer machte den Anfang: „Lieber vier Parkplätze als wild parken. Schon heute herrscht da ein unheimlicher Parkdruck.“ Die Befürchtungen der Anwohner seien nicht von der Hand zu weisen, allerdings habe die Stadt auch die Möglichkeit, Wohnraum zu schaffen, weshalb er die Parkplätze für „verträglich“ mit der Nachbarschaft halte. CDU-Fraktionssprecher Michael Mittelstädt schloss sich an und gab zu bedenken, dass man auf dem „Bauhütte“-Gelände derzeit das hinterste Gebäude gar nicht anfahren könne: „Das könnte zum Problem für die Feuerwehr werden.“ Auch die Freien Wähler waren einverstanden; Bernd Hegmann freute sich, dass „nach jahrelangem Stillstand nun endlich Bewegung in das Projekt kommt.“ Eine Öffnung der Sackgasse für den Verkehr sei zudem nicht geplant.

Beschilderung vorgeschlagen

Sebastian Cuny (SPD) sah „den klassischen Zielkonflikt zwischen der Schaffung von Wohnraum und Veränderungen für die Nachbarschaft“. Vielleicht lasse sich das Problem auch durch Tausch mit Radstellplätzen oder Verlegung in die Garagen lösen, überlegte er; letztlich sehe er aber die Schaffung von Wohnraum als vorrangig an. FDP-Stadtrat Wolfgang Renkenberger schlug eine Beschilderung vor, befürchtete aber ebenfalls mehr Autos und Lieferverkehr in der Straße: „Verkehr ist wie Wasser, er findet seinen Weg.“ Anders sahen es die Grünen. Die Max-Planck-Straße habe sich in den letzten Jahren „zur inoffiziellen Spielstraße“ entwickelt, bemerkte Fraktionssprecher Christian Wolf und äußerte Verständnis für die Einwendungen der Nachbarn; die „Bauhütte“ solle die Stellplätze umplanen: „Deshalb wird nicht gleich das ganze Bauprojekt kippen.“

Sein Vorschlag eines entsprechenden Antrags stieß jedoch bei Höfer auf Widerstand, vor allem, weil er mit der Formulierung beginnen sollte, dass der Gemeinderat „die Bedenken der Bürger“ anerkenne: „Das geht so nicht.“ Geschlossen votierte das Gremium dagegen. Ebenso einmütig wurde der Abwägungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst – hier enthielt sich indes die Fraktion der Grünen.