Schriesheim

Schriesheim Wald und Weinbergputzaktion der Jäger

Pfadfinder auf der Mülljagd

Archivartikel

Auch in diesem Jahr rief der Schriesheimer Jägerstammtisch zur alljährlichen Frühjahrs-Müllsammelaktion durch Schriesheims Wald, Flur und Weinberge auf. Wie in den Jahren zuvor folgten rund 20 Helfer aus den Vereinen sowie Einzelpersonen diesem Aufruf.

Mit auf die Suche nach Müll und gedankenlos weggeworfenen Gegenständen waren in diesem Jahr außerdem 30 Pfadfinder vom Stamm Bärengrund. Leiter Gilbert Lauer hatte von der Putzaktion des Jägerstammtisches erfahren und kurzerhand das Treffen der Wölflinge auf den Samstag der Putzaktion gelegt und damit verbunden.

Obwohl jeder weiß, dass er sein „Mitbringsel“ wieder mit nach Hause nehmen sollte, hat sich an der Menge des Zivilisationsmülls in der Natur leider nichts geändert. Gegen 9 Uhr machten sich die Freiwilligen, ausgerüstet mit Handschuhen, Greifzangen und Müllbeutel, auf den Weg ins Revier, um rund um die Waldparkplätze und auf den Wirtschaftswegen bis zur Autobahn den Müll aufzusammeln. Gilbert Lauer und Steffen Vree, einer der Initiatoren, wünschen sich für ihre Aktion künftig von der Stadt mehr Greifzangen: „Die wenigen, die wir haben, reichen bei Weitem nicht aus.“

Los ging die Jagd auf den Müll am Treffpunkt Kelterhalle – und die Beute war reichlich. Innerhalb von wenigen Stunden waren die am Rückhaltebecken und vor dem Kelterhaus aufgestellten 20 Kubikmeter großen Container randvoll mit allerlei Abfall, Schrott und alten verrosteten Metallteilen. Die freiwilligen Helfer trugen soviel Müll zusammen, dass noch weitere Anhänger beladen wurden. Die Entsorgung der Container übernahm wie in den Jahren zuvor die AVR.

Ans Tageslicht befördert wurde so ziemlich alles, was einmal im Haushalt von Nutzen war. Auch Unmengen von Alkoholflaschen, die teilweise noch gegen Pfand hätten zurückgegeben werden können, waren dabei. „Da werden beim Vorbeifahren einfach die Flaschen aus dem Fenster geworfen“, wetterte eine der Helferinnen. Der Trend geht dabei vom Jägermeister hin zum Äppelwoi. „In diesem Jahr haben wir unendlich viele Apfelweinflaschen entsorgen müssen“, berichtete Steffen Vree.

Ein weiteres Ärgernis ist, dass viele Hundebesitzer zwar die Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge vorbildlich in Tüten verpacken, diese dann aber achtlos in die Weinberge werfen. „Das kann ich nicht verstehen, da ziehen die Hundebesitzer die Abfalltüren, verpacken darin die Hinterlassenschaft und werfen die Tüte einfach in die Weinberge“, sagte Ulrike Metz-Reinig vom OWK verständnislos und schüttelte den Kopf. Die Ausbeute an diesem Samstag war recht groß. Müde, erschöpft aber glücklich ließen sich die Helfer am Mittag vor der Kelterhalle auf den dort aufgestellten Bänken nieder und genossen die dampfende Erbsensuppe, ein kleines Dankeschön aus Müllers Weinstube.