Schriesheim

Schriesheim Trauerfeier für Feuerwehr-Ehrenkommandant Weber

„Ruhe in Frieden, Schorsch“

Archivartikel

Es ist eine außergewöhnliche Trauerfeier: Mehr als hundert Feuerwehrleute in Uniform finden sich auf dem Friedhof ein, vier halten die Ehrenwache am Sarg. Kameraden, die sich vor ihm verneigen, ergänzen dies mit einem militärischen Gruß. Und gesungen wird das Lied „Ich bete an die Macht der Liebe“, integraler Bestandteil des Großen Zapfenstreichs der Bundeswehr.

Der besondere Rahmen gilt, wie alle Nachrufe betonen, einem besonderen Menschen: Georg Weber, 27 Jahre Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Schriesheim und 21 Jahre des Unterkreises Ladenburg, erlag am Freitag einer langen, schweren Krankheit – nur zwei Tage nach seinem 77. Geburtstag.

Würdigung des Bürgermeisters

Das Mitgefühl der Trauergäste gilt seiner Frau, den drei Kindern und den Enkeln. „Dass so viele Menschen heute gekommen sind“, sagt Diakon Klaus Nagel im Angesicht der großen Trauergemeinde, „das hätte ihn mit Sicherheit gefreut.“

„Wir alle wissen, was er für diese Stadt und ihre Menschen geleistet hat“, betont Bürgermeister Hansjörg Höfer: „Er wird Schriesheim fehlen!“ Zur fachlichen Eignung sei stets die menschliche getreten: „Er hat durch seine Persönlichkeit überzeugt.“ Und in einem persönlichen Wort erinnert Höfer an die letzte gemeinsame Reise in die Partnergemeinde St. Margarethen in Kärnten: „Sobald wir die Grenze überschritten hatten, nahm er den dortigen Dialekt an“ – sogar in dieser Stunde, vermag diese Erinnerung an den Verstorbenen manchem Trauergast kurz ein kleines Lächeln ins Gesicht zu zaubern. „Ruhe in Frieden, Schorsch!“ verabschiedet sich der Dienstherr.

„Als er vor 60 Jahren in die Feuerwehr eintrat, da konnte niemand ahnen, welche prägende Persönlichkeit er werden würde“, erinnert sein Nachfolger Oliver Scherer, der auch die Anteilnahme der Wehren aus Uzès und St. Margarethen übermittelt. Als bleibende Leistungen des Verstorbenen nennt er die Erweiterung des Feuerwehrhauses und die Partnerschaft mit St. Margarethen.

Vor allem jedoch streicht Scherer seine Menschenführung heraus: „Er war nicht nur Vorgesetzter, sondern auch ein guter Kamerad.“ Besonders die Nachwuchsarbeit lag ihm am Herzen: „Meine Generation hat er geprägt“, bekennt Scherer und endet: „Ruhe in Frieden, Kamerad!“

Vertreter des Kreisfeuerwehrverbandes und von Webers Geburtsjahrgang 1941/42 würdigen den Verstorbenen, bevor der Sarg durch ein langes Spalier seiner Kameraden zur letzten Ruhe geleitet wird.