Schriesheim

Schriesheim Benefizkonzert des Inner-Wheel-Clubs

Sänger Claus Eisenmann begeistert in Weinscheuer

Die freudige Spannung war groß in der ausverkauften Weinscheuer Majer vor dem Auftritt von Claus Eisenmann. Was würde der Mitbegründer der Söhne Mannheims singen? Der Gast lieferte die Antwort mit einer eindrucksvollen und abwechslungsreichen Reise quer durch die Musik, von Pop bis Oper. Der Inner-Wheel-Club hatte mit seinem Benefizkonzert einen Volltreffer gelandet. Der Erlös aus der Veranstaltung fließt in die zahlreichen Projekte des Clubs. Einige davon zählte Präsidentin Irmgard Berendsen auf, als die die Gäste zu Beginn des Abends in der Weinscheuer begrüßte.

„Bist du krank?“, kam aus den vorderen Reihen des Publikums die etwas peinlich anmutende Frage an den Sänger – der diese aber lachend quittierte: „Ich bin froh über meine jetzige Figur.“ Viel Anerkennung äußerte er über den Veranstaltungsort: „Ich finde das Ambiente und die Atmosphäre hier einfach toll“, sagte er – und verfiel in seine „Muddersprooch“, nämlich ins tiefste „Monnemerisch“, als er ins Publikum rief „Is des net scheen?“.

Musikalische Liebeserklärung

Mit dem Song der Söhne Mannheims „Und wenn ein Lied ...“ eröffnete er mit seiner warmen Stimme, die manchmal in ein verrauchtes Timbre überging, den Abend. Und fehlen durfte auch nicht seine Hymne auf die „scheenste Stadt der Welt“, auf sein „Monnem“ – „meine Stadt“, eine Komposition der Söhne Mannheims.

Mitgebracht hatte er gleich ein ganzes Orchester in Form eines kleinen Computers, er sang aber live. Er erzählte musikalisch von Liebe – „Pretty Woman“ – Sehnsucht und Niedergeschlagenheit: eben von den ganz alltäglichen Situationen des Lebens. 2005 habe die Gruppe den Song „Vielleicht“ aufgenommen, erinnerte der Sänger und berichtete, dass dieser erfolgreicher gewesen sei als Nenas „99 Luftballons“. Eisenmann ging singend durch die Stuhlreihen, kniete vor den Damen nieder und machte ihnen musikalische Liebeserklärungen. Und da schmolz so manches Frauenherz nur so dahin.

Zwischen den einzelnen Titeln plauderte er aus seiner Jugend und erzählte, dass er als Kind „ultra schinant“ war. Von Schüchternheit ist heute freilich nichts mehr zu spüren, wenn man den 51-jährigen Entertainer über die Bühnen rocken sieht. Und dann machte er allen Mut, beim fetzigen Rock‘n’Roll ebenfalls „net schinant“ zu sein und auf die Tische zu steigen. Mit der Arie „Nessun Dorma“ aus der Puccini-Oper „Turandot“ entließ er sein Publikum in die Pause.

Mit bekannten Songs von Elvis – „Souspicious Minds“ und „A Little Less Conversation“ – ging es nach der Pause Schlag auf Schlag weiter. Eisenmann verriet, dass er einst als „der Elvis von der Gartenstadt“ berühmt war. In seinem Repertoire hatte er Lieder von Sinatra ebenso wie Melodien aus Musicals und Titel von Elton John. Mit der Komposition von Reinhard Mey „Über den Wolken“ (Eisenmann: „Das hätte auch von mir sein können“) verabschiedete er sich von einem begeisterten Publikum. greg