Schriesheim

Seckenheim Kinderbetreuung mit zusätzlichen Problemen durch Wasserschaden im Kinderhaus Süd / Reparaturarbeiten laufen an

Sanierung soll bis Januar dauern

Archivartikel

Die Situation der Kinderbetreuung in Seckenheim ist derzeit angespannt. Doch mittelfristig sind Lösungen in Sicht, wie der Bezirksbeirat bei seiner jüngsten Sitzung erfuhr: Die vom Wasserschaden heimgesuchte Einrichtung in Süd soll im Januar wieder saniert sein. Und für den Ortsteil Hochstätt wird im Juni 2020 ein dreigruppiger Kindergarten in einem Provisorium eröffnet.

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Derzeit fehlen laut Andrew Ballantyne vom Jugendamt im Stadtbezirk 34 Krippenplätze, davon fünf auf der Hochstätt, im Kindergartenbereich 61 Plätze, davon 17 auf der Hochstätt. Im Hortbereich sieht es wie folgt aus: In Süd bestehen acht Vormerkungen für einen Hortplatz, denen aber 15 freie Plätze der verlässlichen Grundschule gegenüberstehen. In der Stammschule suchen 14 Kinder einen Hortplatz.

Schwierige Datenermittlung

Bei den Krippen- und Kindergartenzahlen besteht aber ein Grundproblem: Aus organisatorischen Gründen können sie nur zu Stichtagen erhoben werden; die Daten, über die in Seckenheim derzeit diskutiert wird – auch auf der jüngsten Bezirksbeiratssitzung – , stammen vom 1. Juli. „In regelmäßigen Treffen mit anderen Trägern versuchen wir, den Bedarf abzugleichen“, erläutert Ballantyne. Komplett klappt das nicht.

Ein weiteres Problem: An einzelnen Ecken des Stadtteils gibt es gesonderte Herausforderungen. So in Seckenheim Süd zum Beispiel. Hier muss man abwarten, bis der Wasserschaden vom Frühjahr behoben ist – dessen genaue Ursache übrigens immer noch nicht geklärt ist. „Das ist eine größere Geschichte“, meint Marion Schroth vom Jugendamt.

Einige Arbeiten können erst jetzt vergeben werden. „Auf unsere bisherige Ausschreibung haben sich dafür keine Handwerker gemeldet“, berichtet Schroth. „Die Sanierung wird im Januar abgeschlossen sein.“

Zweites Sorgenkind Hochstätt

Ein weiteres großes Problem ist nach wie vor die Hochstätt, die zum Stadtteil Seckenheim gehört und wo denn auch die Bezirksbeiratssitzung mit dem Thema Kinderbetreuung stattfand. Denn hier fehlen nicht nur, wie auch an manch anderen Stellen der Stadt, Plätze; auf Grund der Sozialstruktur des Ortsteils wären sie gerade hier besonders notwendig.

Die Stadt versucht denn auch, diesem Mangel mit einem Bündel von Maßnahmen beizukommen. Ab Dezember geht in Zusammenarbeit mit dem Schifferkinderheim ein Kindertagespflege-Angebot in einer Wohnung an den Start. Im Juni 2020 beginnt ein dreigruppiger Kindergarten in Containern (Kosten: 800 000 Euro) seine Arbeit. Der bleibt in Betrieb, bis im Jahre 2023 der Neubau einer städtischen Einrichtung mit drei Krippen- und vier Kindergartengruppen auf dem Gelände des bisherigen katholischen Kindergartens fertiggestellt ist.

Eine weitere Herausforderung könnte im Seckenheimer Ortskern warten, wo sich der Neubau des evangelischen Gemeindehauses wegen Problemen mit dem Denkmalschutz möglicherweise verzögert. „Hat das Auswirkungen auf die Kindergartensituation?“, fragt FDP-Bezirksbeirat Ralf Busch. Zudem sollen nach seinen Informationen die vier Gruppen, die in diesem Neubau entstehen sollen, bereits in zwei Jahren wieder schließen müssen, da die Genehmigung dafür ausläuft.

„Die Stadt ist im Kontakt mit der evangelischen Kirche“, versichert Ballantyne. „Ob die Frage des Denkmalschutzes zu einer Verzögerung führt, ist noch nicht absehbar.“ Sollte dies zu negativen Folgen für die Kinderbetreuung führen, werde die Stadt reagieren, verspricht er.

Ab 2022 kommt die Besiedlung der Hammonds hinzu. „Die Konversionsflächen sind quasi eigene kleine Stadtteile, für die wir daher direkt vor Ort Lösungen suchen“, erläutert Ballantyne. Bei Hammonds ist dies sichergestellt. „Gegenüber der ‘grünen Mitte“ ist Platz für eine zweigruppige Betreuungseinrichtung vorgesehen“, versichert Martina Block von der Bundesagentur für Immobilienaufgaben (BImA).

Zumindest für Seckenheim-Süd und die Hochstätt sind Lösungen in Sicht. „Das ist ein deutlicher Schritt nach vorn“, meint Stadtrat Thorsten Riehle (SPD): „Das sind richtig gute Nachrichten, dass sich da schon jetzt was tut“. „‘Schon‘ ist gut“, meint ML-Stadtrat Holger Schmid süffisant: „‘Endlich‘ wäre richtiger.“