Schriesheim

Schriesheim Ausstellung im Gemeindezentrum „Mittendrin“ dauert bis 26. Oktober / Ältestes Exemplar stammt aus der Zeit des Dritten Reichs

Schau zeigt große Briefmarken-Sammlung

Auch wenn die Sammelleidenschaft von Briefmarken im Zeitalter der E-Mail zurückgegangen ist, haben die Marken an Faszination nichts eingebüßt. Zu bestimmten Anlässen hatte die Post in aller Welt Sondermarken herausgegeben, von denen einige recht wertvoll sind. Ein besonderes Beispiel ist die blaue Mauritius, die eigentlich ein Fehldruck war, aber den Besitzer zum Millionär machte.

Heute gilt die in der damaligen britischen Kronkolonie Mauritius herausgebrachte Marke als Inbegriff einer berühmten Briefmarke.

Frieder Menges’ Sammlung ist so groß, dass er die Zahl der Alben in Metern misst. Seine Kollektion hat ihn nicht zum Millionär gemacht, doch die Freude an den kleinen bedruckten bunten Marken ist oft mehr wert. Menges sammelt seit seiner frühesten Kindheit. „Es war mein Bruder, der mich an die Marken führte“, erinnert er sich. Viel Geld in sein Hobby investiert habe er nicht, viele Marken habe er geschenkt bekommen, die er dann geprüft und in die Alben einsortiert habe, erzählt er. Jetzt stellt er zum dritten Mal im evangelischen Gemeindezentrum „Mittendrin“ in Schriesheim Briefmarken zum Thema Erntedank aus. Das Thema wurde von der Kirchengemeinde vorgegeben und bereitete ihm zunächst Kopfzerbrechen – sind doch Sonderdrucke zu Erntedank kaum zu finden.

Da kam ihm der Gedanke, dass mit dem christlichen Fest alle Lebewesen und Pflanzen auf der Erde gemeint sind. Akribisch suchte er aus seiner Fülle an Motiven Blumen und Tiere aus. Menges hatte auch keinerlei Bedenken, Marken von einem befreundeten Sammler aus Ladenburg zu leihen, die bis zum 26. Oktober in acht Tafeln zusammengefasst im „Mittendrin“ zu sehen sind.

Wer hätte gedacht, wie viele Arten es unter den Schmetterlingen gibt und wie viele exotische Pflanzen und Früchte die Natur hervorgebracht hat? Auf den von Menges zusammengestellten Tafeln kann man im Schnelldurchlauf lernen, was sonst nur in den zahlreichen Botanik- oder Zoologiebüchern zu finden ist. So vermitteln Briefmarken auch einiges an Bildung. Braunbären sind allgemein bekannt, aber was kann man sich unter einem Waldedelhirsch, Waldelefant oder unter einem Breitmaulnashorn vorstellen? Alles Tiere, die zu den bedrohten Arten zählen und daher von der Umweltorganisation WWF auf Marken gebannt wurden.

Stücke aus Monaco und Irland

Zu sehen sind in der Ausstellung auch ganze Blöcke, wie auch Sonderblätter aus Monaco, Irland und Portugal. Alle sind mit einer ausführlichen Beschreibung versehen. Interessant sind auch Marken, die einen Einblick in die Winterruhe von Eichhörnchen und Murmeltieren gewähren. Die wohl älteste Marke der Sammlung stammt aus dem Dritten Reich. Am Dienstag, 22., sowie am Samstag, 26. Oktober, dem letzten Ausstellungstag, beantwortet Frieder Menges zwischen 10.30 und 12 Uhr die Fragen der Besucher.