Schriesheim

Schriesheim Im Stadtteil Altenbach rollen bald Bagger für den Breitband-Ausbau / Freiwilliger Anschluss kostet 400 bis 500 Euro pro Haus

Schnelles Internet soll spätestens ab Juni laufen

Der Breitband-Ausbau in Altenbach kommt endlich in die Gänge: „Im Mai oder Juni wollen wir die ersten Kunden live schalten“, sagte Jochen Ausäderer. Damit überbrachte der neue Technische Leiter von fibernet.rnk, also dem Zweckverband High-Speed-Netz Rhein-Neckar, eine frohe Kunde im Ortschaftsrat des Schriesheimer Stadtteils. „Der Unmut der Bürger ist spürbar“, hatte nämlich Ortsvorsteher Herbert Kraus noch eingangs der jüngsten Sitzung festgestellt.

In der voll besetzten Altenbacher Verwaltungsstelle spitzte auch die Ursenbacher Ortsvorsteherin Inge Pfrang die Ohren. Nach dem Vortrag von Ausäderer sieht Ortschaftsrat Karl Reidinger „Licht am Ende des Tunnels“. Auf Antrag „seiner“ CDU hin informierte der Fibernet-Fachmann über den aktuellen Stand der Dinge. Reidinger holte sich allerdings eine Abfuhr bei Bürgermeister Hansjörg Höfer, als er eingangs des Tagesordnungspunktes dafür warb, dass Einwohner Fragen stellen dürfen. „Nein“, beschied ihm Höfer, „denn wenn wir das bei jedem Punkt machen, sitzen wir um Mitternacht noch hier“. Sicher sorge Ausäderer für genügend Klarheit. Und so war es auch: „Es steht kurz bevor, dass Sie die ersten Bagger sehen werden“, sagte der Ingenieur, räumte jedoch zugleich ein: „Das wird keine schöne Phase für die Einwohner.“

In Ursenbach komplett Glasfaser

Wann es losgeht? „Allerspätestens Anfang Januar werden wir anfangen zu bauen, wenn es das Wetter zulässt“, sagte Ausäderer. Die Planung sei abgeschlossen und man habe „alle Genehmigungen, um breitbandige Anschlüsse für Altenbach und Ursenbach zur Verfügung zu stellen“. Davon ausgenommen sei jedoch der Kohlhof. Ob der Bereich Estenklingen ausgebaut wird, darüber entscheide der Schriesheimer Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung. Es lägen genügend Angebote für die Tiefbauarbeiten vor. Noch in dieser Woche erfolge die Auftragsvergabe, so Ausäderer.

„Bis Ende April soll die komplette Zuführungsleitung von Wilhelmsfeld nach Altenbach und Ursenbach abgeschlossen sein“, kündigte Ausäderer an. Auf anschlussbereite Hausbesitzer kämen jeweils Kosten von 400 bis 500 Euro fürs Breitband zu. Die alten Anschlüsse blieben aber im Boden. Die Telekom könne Dienste beim zukünftigen Netzbetreiber NetCom BW einspeisen. Dieser biete eine Übertragungsrate von bis zu 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) an. Es gelte nur noch, rechtzeitig drei Kabelverzweiger im nördlichen Teil von Altenbach freizubekommen, die ans Kupferkabel der Telekom anschließen.

Auf entsprechende Frage erklärte Ausäderer, dass dagegen im Stadtteil Ursenbach alle Häuser über Glasfaser angefahren werden: „Dort gibt es dann keine Kupferkabel und Verteiler mehr.“ Natürlich findet zuvor eine Bürgerversammlung statt.