Schriesheim

Schriesheim Zum 10. Deutschen Orgeltag Konzert der Heidelberger Organistin Beate Rux-Voss in der Evangelischen Stadtkirche

Schöne Klänge in schwierigem Rahmen

Wenn eine solch exzellente Gastorganistin wie Beate Rux-Voss aus Heidelberg ein festliches Konzert gibt, wie jetzt anlässlich des 10. Deutschen Orgeltages geschehen, dann wäre in normalen Zeiten in der evangelischen Stadtkirche von Schriesheim kein freier Platz mehr zu finden, selbst in den Seitengängen gäbe es Gedränge. Die neue Normalität jedoch setzt neue Rahmen.

Und so ist der Zutritt nur 150 Besuchern gestattet, denen nach Angabe persönlicher Daten ein Platz zugewiesen wird. Die Bankreihen sind in der Mitte durch eine Plexiglaswand abgeteilt, auf jeder Seite Platz für zwei Personen. Der Eindruck im Kirchenschiff bleibt beklemmend.

Begrüßt werden die Besucher von Martin Fitzer, der einen unvergesslichen Abend mit einer erstklassigen internationalen und preisgekrönten Organistin verspricht, die in vielen europäischen Länder ein gern gesehener Gast ist. Und ihre Virtuosität stellt sie denn auch in der evangelischen Stadtkirche unter Beweis.

Unter ihren geradezu magischen Händen tun sich wahre Klangwelten auf. Sie bewegen sich zwischen Meditation und Virtuosität, überzeugen durch technisches Können, begeistern durch farbige Klanggestaltung.

Für das Konzert wählt sie Werke französischer Komponisten aus den letzten zwei Jahrhunderten. Natürlich darf zu einem solchen Anlass Altmeister Johann Sebastian Bach nicht fehlen. Von ihm spielt sie die Fantasie G-Dur mit den Sätzen „An Wasserflüssen Babylon“ und „Choräle der Leipziger Originalhandschrift“, ein Stück, in dem alle Stilrichtungen der Norddeutschen Orgelschule vereint sind.

Es folgt das „Allegro“ aus der sechsten Symphonie von Charles-Marie Widor, ein Stück für jeden Organisten, der einmal die unterschiedlichen Klangfarben auf jedem Manual wie auch auf dem Pedal herausarbeiten möchte, und das in einer schier unvorstellbaren Schnelligkeit. Ein Stück, das dem Organisten gewaltige Pedalarbeit abverlangt, dann in verspielte Klänge übergeht, mit einem Donner endet.

Die Pastorale aus der ersten Orgelsymphonie von Louis Vierne mag man als Gegenstück ansehen, voll wirbelnder Phrasen und großer Klangmächtigkeit. Man hört eine Art Dialog zwischen Flöte und Fagott, einmal versöhnlich, dann wieder fordernd, doch friedlich endend.

Mit dem Werk „Litanies“ von Jehan Alain wendet sich die Organistin einem modernen französischen Organisten zu, dessen Kompositionsstil gerne dem früheren Claude Debussy zugerechnet wird. Mit dem Prelude von Maurice Duruflé, einem Komponisten der Moderne und mit dem Grande Pièce symphonique in fis-Moll, schließt ein hochkarätiges Konzert, nach dessen Ende sich die Spendenkasse am Ausgang füllt.