Schriesheim

Schriesheim Aktion „FAIRmietet“ zieht nach wenigen Wochen erste Bilanz / Kleiner Bär soll für Projekt werben

Schon zwei Mieter untergebracht

Archivartikel

Die Kampagne „FAIRmietet“ trägt erste Früchte. Seit der Präsentation im März ist es gelungen, zwei Schriesheimer Vermieter für das Projekt zu gewinnen und zwei örtlichen Familien neuen und vor allem bezahlbaren Wohnraum zu vermitteln. Die Leiterin des Sozialamtes, Christiane Söllner, und ihre Mitstreiterinnen Barbara Schenk-Zitsch, Janika Steinbach, Daniel Schollenberger und Bianca Bader informierten im Beisein von Bürgermeister Hansjörg Höfer in einem eigens dafür einberufenen Pressegespräch im Rathaus über den Erfolg.

„Ich bin dem Sozialamt und den Helfern sehr dankbar, dass ich endlich nach langem Suchen eine so schöne Wohnung erhalten habe“, bekundete eine alleinerziehende Mutter, die nicht namentlich genannt werden will. Sie lebe von ihrem Mann getrennt, und es sei ihr fast nicht möglich gewesen, für sich und ihre Tochter eine bezahlbare Wohnung zu finden. Jetzt wohnen beide Frauen in einer rund 60 Quadratmeter großen Einheit in einem Fünf-Familien-Haus. „Von hier aus kann ich fast alles zu Fuß erledigen“, nennt die Mutter einen weiteren Vorteil.

Dank eines städtischen Zuschusses von bis zu 200 Euro pro Quadratmeter konnte der Vermieter die Wohnung komplett renovieren, neue Böden verlegen und ein neues Bad einbauen. Der zweite Vermieter, Friedel Zinn, ließ das Sozialamt außen vor und vermietete seine 100 Quadratmeter große Wohnung an eine siebenköpfige Großfamilie aus Syrien: „Ich arbeite in der Flüchtlingshilfe und kenne diese Familie sehr gut.“ Nach dem Auszug der vorherigen Mieter habe er der syrischen Familie die Wohnung angeboten, die darüber natürlich sehr glücklich war. Die Wohnung habe er auf eigene Kosten saniert, ein neues Bad und eine Küche eingebaut. „Das ist eine sehr gute Bilanz“, äußerte sich Bürgermeister Höfer zufrieden, denn für dieses Jahr habe man zwei neue Vermieter anvisiert. Er hoffe und wünsche, dass das Projekt Schule mache und sich im nächsten Jahr weitere Vermieter entschließen, „FAIRmietet“ zu unterstützen.

Zuschuss für Sanierung

Weil bezahlbarer Wohnraum immer knapper wird und dabei vor allem Senioren, Alleinerziehende, Menschen mit Behinderung und Migranten auf der Strecke bleiben, wollen die Initiatoren gegensteuern. Anreiz soll dabei ein Sanierungszuschuss von 200 Euro pro Quadratmeter bei der Renovierung und dem Ausbau von Dachgeschossen sein. Im Gegenzug müssen sich die Vermieter verpflichten, die Wohnung zehn Jahre lang zu vermieten. Mögliche Mietausfälle werden bis fünf Jahre ausgeglichen. „Was wir dringend suchen, sind barrierefreie Wohnungen“, informierte Söllner. Jetzt soll die Kampagne weiter ausgeweitet werden. Geplant ist ein Auftritt bei Facebook. Außerdem soll ein kleiner noch namenloser Bär soll in Schriesheim auf Reisen geschickt werden und sich mit „prominenten Schriesheimern“ treffen. Die Bürger dürfen dem Bär einen Namen geben. Das genaue Procedere wird noch bekanntgegeben.