Schriesheim

Schriesheim Hauptleitung im Ortsteil gebrochen / Feuerwehr bietet Notversorgung an / Ähnlicher Vorfall bereits vor knapp drei Jahren

Schriesheim: Altenbach ohne Trinkwasser

Es passiert gegen 7 Uhr am Dienstagmorgen. „Da bekam ich die Meldung, dass die Trinkwasserversorgung gestört ist“, sagt Herbert Kraus. Das Telefon des Altenbacher Ortsvorstehers steht seitdem nicht mehr still, wie er im Gespräch mit dieser Redaktion berichtet. Nicht ohne Grund, wird das Ausmaß des Schadens doch bald darauf deutlich: Die Hauptleitung, die den gesamten 1800 Einwohner zählenden Ortsteil von Schriesheim versorgt, ist gebrochen. Aus einem Riss in der Leitung im Abtsweg tritt das Wasser aus.

„Das ganze Dorf ist trocken“, sagt Feuerwehrkommandant Oliver Scherer. Er ist seit 8.30 Uhr am Dienstagmorgen im Einsatz, um die Notversorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser vorzubereiten. Seit dem späten Mittag wird von der Feuerwehr im Ortskern Wasser ausgeteilt. Unterstützung bekommen die Schriesheimer Einsatzkräfte von Feuerwehrleuten aus anderen Kommunen. „Natürlich ist so ein Wasserrohrbruch eine große Sache, aber die Altenbacher tragen es mit Fassung“, sagt Kraus.

Die Feuerwehr hat laut Scherer immer 4000 Liter an Trinkwasser vorrätig. Es wird wegen der grundsätzlich geltenden Hygienevorgaben aus gereinigten Tanks und Schläuchen ausgegeben. Das Brauchwasser, das unter anderem zum Händewaschen oder für die Toilettenspülung verwendet werden kann, kommt aus anderen Behältern. „Trotz dieser Maßnahmen muss auch das Trinkwasser sicherheitshalber noch einmal abgekocht werden“, sagt Scherer.

Reparatur bis zum Abend?

Eine genaue Prognose, bis wann die Versorgung wiederhergestellt ist, ist am frühen Dienstagabend noch nicht möglich. Ein Mitarbeiter der Wasserversorgungs- und Entsorgungsgesellschaft (WVE) Schriesheim kann aber dennoch Auskunft geben. Er teilt mit, dass das Trinkwasser voraussichtlich am späten Abend oder in der frühen Nacht wieder fließen werde. Die WVE ist eigentlich nur für die Wasserversorgung der Schriesheimer Kernstadt zuständig. Altenbach bezieht sein Wasser vom Zweckverband Eichelberg.

Die Feuerwehr hält die Notversorgung auf jeden Fall bis 20 Uhr aufrecht – und ist auch vorbereitet, falls die Störung länger dauert. „Sollte es am Mittwoch noch Probleme geben, wäre es auch möglich, die Notversorgung am Vormittag fortzusetzen“, sagt Kommandant Scherer.

Bereits vor zweieinhalb Jahren war die Hauptleitung im Abtsweg gebrochen – nach Angaben von Kraus nur wenige Meter von der Stelle entfernt, wo sich jetzt der Riss auftat. „Die Leitung ist zwischen 40 und 50 Jahre alt, sie hat dem Wasserdruck nicht mehr standgehalten“, sagt der Ortsvorsteher. Jetzt sei es natürlich wichtig, dass der Riss schnell geflickt werde, sehr bald müsse man aber grundsätzlich über diese Leitung sprechen. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wieder etwas passiert.“

Und dieses Mal hat Altenbach noch Glück. Im Dezember 2015 hatte das mit hohem Druck den Berg herabströmende Wasser auch einen Keller überflutet. Dieses Mal seien die Häuser und Keller verschont geblieben, so Kraus.

„Akuter Handlungsbedarf“

Der Ortsvorsteher sieht deshalb akuten Handlungsbedarf. In der nächsten Sitzung des Zweckverbandes Eichelberg, der für die Wasserversorgung Altenbachs zuständig ist, müsse man deshalb die grundsätzliche Erneuerung der Leitung angehen. Diese kommt von Wilhelmsfeld nach Altenbach hinein, in etwa am oberen Ende der Kippstraße.

Dann führt sie durch den Ort, unterquert die Hauptstraße, folgt einem Teil des Abtswegs und teilt sich dann auf – unweit der Straße Am Weisenacker. „Bis zu dieser Stelle ist eine Grundsanierung der Leitung notwendig“, vermutet Kraus.