Schriesheim

Stadtplanung Vorbereitung des Neubaugebietes stagniert, doch einige Projekte kommen 2018 voran oder werden gar beendet

„Schriesheims Elbphilharmonie“ eröffnet

Archivartikel

Auf die Frage, was im Jahr 2018 unerledigt geblieben ist, gibt Hansjörg Höfer eine offene Antwort: „Mit dem Neubaugebiet wollte ich eigentlich schon weiter sein“, sagt er im Jahresabschlussinterview mit dem „MM“. Im neuen Jahr soll jedoch die öffentliche Grundsatzdebatte erfolgen, in der das „Für und Wider eines Neubaugebietes“ abgewogen werden.

Für sich hat Höfer die Abwägung getroffen. Nachdem der Grünen-Politiker im Wahlkampf für seine erste Amtszeit 2005 ein Neubaugebiet ausschließt, hält er es inzwischen für notwendig. Denn die Einwohnerzahl steigt weiter, im vergangenen Jahr gibt es 20 Prozent mehr Geburten als im Vorjahr. Und am 27. August 2018 kommt die Nachricht, dass Schriesheim die magische Marke von 15 000 Einwohnern übersprungen hat; exakt sind es 15 008 Bürger.

Nach Höfers Plänen soll das Neubaugebiet im Südwesten der Gemarkung entstehen und etwa 18 Hektar umfassen. Nachdem er seine Konzeption dem Gemeinderat in einer nicht-öffentlichen Klausur vorstellt, werden die kommunalpolitischen Fronten deutlich: Grüne und FDP sind eher skeptisch, CDU, SPD und Freie Wähler eher dafür. Fortsetzung der Diskussion also 2019.

Kleinere Projekte kommen voran: So gibt der der Technische Ausschuss am 20. August endlich grundsätzlich grünes Licht für die Bebauung auf dem Gelände des ehemaligen Kreisaltenheims. Der Neubau der städtischen Wohnungen in der Talstraße unterhalb des Besucherbergwerkes stagniert jedoch ebenso wie die grundlegende Neuordnung der Obdachlosen- und Flüchtlingsunterkünfte im Wiesenweg.

Bei einem Dauerbrenner wird dieses Jahr aber „der Knopf drangemacht“: beim Umbau des Pavillons der Strahlenberger Schule zum Hort. Als „Schriesheimer Elbphilharmonie“ bezeichnet einst Grünen-Stadtrat Robert Hasenkopf das Bauwerk, das statt der geplanten 750 000 Euro mehr als drei Millionen kostet. Auch die zunächst scheinbar nicht enden wollende Bauzeit erinnert an den Prunkbau in Hamburg. Am 16. November ist endlich die Einweihung.

Richtfest beim Kindergarten

Zügig voran geht es dagegen mit dem Kindergartenneubau gegenüber dem Schulzentrum: Nachdem im Januar der Spatenstich gesetzt ist, wird am 30. November Richtfest gefeiert. Doch das nächste Millionen-Projekt wartet schon: 2019 muss der Gemeinderat entscheiden, ob es in der Mannheimer Straße zum Kindergarten-Neubau oder „nur“ zu einer Generalsanierung kommen soll.

Beim Bestattungswald macht die Stadt einen neuen Anlauf: Eine in Schriesheim eher seltene „Ampelkoalition“ aus Grünen, SPD und FDP setzt am 21. November im Rat den entsprechenden Antrag durch. Gescheitert ist dagegen die Rebflurneuordnung im Süden der Gemarkung: Nachdem sowohl Winzer als auch Naturschützer dagegen sind, legt der Gemeinderat das Projekt am 28. Februar zu den Akten. -tin