Schriesheim

Schriesheim Festakt zum 125-jährigen Bestehen des Heinrich-Sigmund-Gymnasiums / Offizielle Zertifizierung für Bewegungs- und Anti-Mobbing-Programm

„Schule mit Engagement, ja Herzblut“

Schon die Ankunft der Teilnehmer verläuft ungewöhnlich: Schmuck gekleidete Schüler weisen den Fahrzeugen die Richtung auf die Parkplätze, elegant gewandete Schülerinnen geleiten die Besucher über das weitläufige Schulgelände in die Sporthalle, den Ort des Geschehens. Hier feiert das Heinrich-Sigmund-Gymnasium seinen 125. Geburtstag.

Die Gästeliste ist lang und hochkarätig. Und sie umfasst die Bürgermeister von Schriesheim, Dossenheim, Hirschberg und Wilhelmsfeld – und erweist damit das HSG als „lebendigen Teil der Schullandschaft an der Bergstraße“, wie der stellvertretende Schulleiter Dieter Rösch in seiner Begrüßungsrede formuliert, die dem Intro durch das Querflöten-ensemble „Trio Eremitage“ folgt.

Festrede von Schulleiter Metzger

Die musikalische Umrahmung ist auf die einzelnen Programmpunkte ausgerichtet. Und so folgt auf Paul Linckes Evergreen „Es war einmal“, intoniert von Thomas Herberich (Bass) und Meinolf Tillmann (Piano), der Festvortrag von Schulleiter Dr. Wolfgang Metzger über die Geschichte des HSG, die der „MM“ in seiner gestrigen Ausgabe darstellte.

„Die Leitung eines heutigen Gymnasiums ist im Vergleich zu früher anderen Herausforderungen ausgesetzt“, bekennt Metzger: „Die heutige Jugend hat Wahlmöglichkeiten der verschiedenen Schulformen, um individuelle Stärken besser zu nutzen.“ Und die Schulen damit die Möglichkeit, darauf mit individuellen Profilen zu reagieren. Für das HSG nennt er zwei Schwerpunkte: die „bewegungsfreundliche Schule“ und die „OLWEUS-Schule“. Beides keine Lippenbekenntnisse, sondern jahrelang umgesetzt, wie die anschließende Zertifizierung beweist.

Um die Bedeutung von Bewegung im Sitzen zu unterstreichen, lässt Marita Götz vom Regierungspräsidium die Festgäste eine Fingerübung vollführen: „Das bringt Sauerstoff ins Gehirn“, schmunzelt sie: „Bewegung ist nicht etwas nur für Pausen und Sportunterricht, sondern für den gesamten Schulalltag.“ Das HSG setzt „vielfältige Bewegung in Unterricht und Schulleben vorbildlich um“, wie die Urkunde von Kultusministerin Susanne Eisenmann bezeugt, die Götz überreicht.

Und noch eine zweite Zertifizierung erfolgt an diesem Vormittag: für OLWEUS, ein aus Skandinavien stammendes Konzept gegen Mobbing und andere Aggressionen in der Schule, für das sich das HSG drei Jahre lang qualifiziert hat. „Sie haben sehr viel Engagement, ja Herzblut eingebracht“, lobt der Leiter des Projektes, Franz Resch, Professor an der Psychiatrischen Klinik Heidelberg: „Sie haben Nachhaltigkeit gezeigt.“

Grußworte schließen sich an: vom Landesverband der Privatschulen, deren Geschäftsführerin Christina Metke die Bedeutung derartiger Einrichtungen für Pluralismus im Bildungssystem unterstreicht; von Bürgermeister Hansjörg Höfer, der die Bedeutung des HSG für Schriesheim und dessen gute Zusammenarbeit mit den öffentlichen Schulen lobt; vom Vorsitzenden des Fördervereins, Bernhard Gehrig.

Ein Ehemaliger begeistert

Ein Höhepunkt des Vormittags wird das Grußwort der Ehemaligen aus dem Abiturjahrgang 1966, die aus diesem Anlass noch einmal ihre leuchtend blauen Roben überstreifen. In ihrem Namen blättert Hans-Henning Höper in Erinnerungen: An die Lehrkräfte, allen voran die Direktorin Lotte Metzger; an das frühere Schulgelände, auf dem sogar Schweine gehalten wurden; an die Urlaubsscheine, die die Internatsschüler für ihre Heimfahrt an den Wochenenden benötigten – mit der Vorgabe, sonntags um 8 Uhr abends pünktlich wieder im Institut zu sein.

Bevor Emelie Ewald mit „Halleluja“ den musikalischen Abschluss setzt, bekennt der 76-Jährige Höper: „Das HSG war das Beste, das uns in unserem Leben passieren konnte.“ Welch schöneres Kompliment für eine Schule kann es geben?

Info: Bilderstrecke unter morgenweb.de/schriesheim