Schriesheim

Schriesheim Gemeinderat beschäftigt sich am Mittwoch mit der Sanierung des Gymnasiums und der Digitalisierung im Unterricht

Schulen stehen ganz oben auf der Tagesordnung

Das Kurpfalz-Bildungszentrum hat sich verändert. Es hat Zuwachs bekommen: eine komplette Container-Siedlung. Und Container ist eigentlich das falsche Wort für die mobilen Raumelemente, die mit ihrem schwarz-grauen Outfit sogar ein wenig schick wirken. Doch sie sind nur Provisorium, bis zum Abschluss der Sanierung Ende 2022. Bis dahin soll es zügig vorangehen, und so hat der Gemeinderat am Mittwochabend weitere Entscheidungen zu treffen.

Ungeachtet von Corona geht es mit dem Mammutprojekt Schulsanierung planmäßig voran, wie die Vertreter von Stadt und Schule stets versichern. Die aufgetretenen Infektionen im Schulzentrum hatten keinen Einfluss, zumal die betroffene fünfte Klasse ohnehin im Haupthaus und nicht in den Containern saß.

Nach dem in den Osterferien vollzogenen Umzug einiger Klassen in die Container setzen die konkreten Bauarbeiten ein, jeweils zeitversetzt im Vorfeld die nötigen Gemeinderatsbeschlüsse. Ende April hatte das Gremium die Abbrucharbeiten für rund 360 000 Euro vergeben, den Gerüstbau für mehr als 180 000 Euro.

In der Mittwoch-Sitzung folgen die Rohbau- und Fassadenarbeiten. Der Rohbau umfasst Kernbohrungen sowie Betonsäge- und Maurerarbeiten, die Fassadenarbeiten die Demontage, Behandlung und Wiedermontage der für das Schulzentrum so charakteristischen Aluminium-Elemente in einem Umfang von insgesamt fast 3000 Quadratmetern.

Auf Grund der zu erwartenden Kosten mussten diese Aufträge europaweit ausgeschrieben werden. Die mit der Einladung zur Sitzung versandten schriftlichen Verwaltungsvorlagen enthalten jedoch noch keine Empfehlungen, wer die Aufträge erhalten soll. Entsprechend fehlen auch Angaben über Kosten. Beides soll in der Sitzung selbst mündlich erfolgen. Es ist jedoch anzunehmen, dass auch diese sich auf mehrere hunderttausend Euro belaufen.

Fast 150 000 Euro für Laptops

Eineher technisches als bauliches Thema ist die Digitalisierung der Schulen. Und dabei erwartet die Weinstadt einen warmen Geldregen: Auf Grund des am 3. Juli von Bund und Ländern unterzeichneten Sofortprogramms für digitales Lernen werden für mobile Leihgeräte und Fernlernkurse etwa 85 Euro pro Schüler gezahlt; für Schriesheim bedeutet dies fast 150 000.

„Die Verwaltung ist als Schulträger gewillt, die zur Verfügung gestellten Finanzmittel ihrem Zweck entsprechend zeitnah einzusetzen“, heißt es in der Gemeinderatsvorlage. Erste Gespräche darüber, was von wem benötigt wird, hat die Verwaltung bereits geführt. Insofern beantragt sie am Mittwoch die Freigabe der Mittel, um entsprechende Beschaffungen vornehmen zu können.

Sie weist aber auch darauf hin, dass darüber hinaus Folgekosten anfallen können – speziell für Support, Wartung und Ersatzbeschaffung, sowie natürlich die laufenden Prozesskosten; ob auch dies vom Sonderprogramm gedeckt wird, ist unklar.

Stichwort Digitalisierung: Die Internetversorgung für den Stadtteil Altenbach wird teurer als gedacht. Als der Gemeinderat Ende Mai den Zweckverband mit der Umsetzung beauftragt hat, war von 220 000 Euro die Rede. Nun sind es rund 100 000 mehr. In der Sitzung wollen Vertreter des Zweckverbandes erklären, wie es zur Kostensteigerung kommt.

Apropos Altenbach: Hier geht es um die schlagzeilenträchtige Freifläche in der Hauptstraße 28. Nach dem Willen des Ortschaftsrates soll darauf der Erweiterungsbau für das gegenüberliegende Feuerwehrhaus entstehen (wir haben berichtet) – und, bis dies soweit ist, ein Parkplatz. Die Verwaltung sieht das kritisch, weil die Kosten für das Provisorium mehr als 20 000 Euro betragen.

Um eine Bebauung im Ortszentrum geht es auch in der Kernstadt beim Gelände des ehemaligen Autohauses Gärtner entlang der B 3. Wie ausführlich berichtet, will das Pflegeheim „Edelstein“ hier bauen. Auf Grund der exponierten Lage soll ein Ideenwettbewerb mit drei Büros ausgeschrieben werden, von denen jedes mit 10 000 Euro bedacht wird.

Zusammen mit den Kosten für Preisrichter, Moderation und Planungsunterlagen, vor allem den Modellbau, ergibt dies Gesamtkosten in Höhe von 57 000 Euro. Die Verwaltung versichert, dass „die Kosten im Rahmen des städtebaulichen Vertrages an den zukünftigen Investor weiterberechnet werden können.“