Schriesheim

Schriesheim Oktoberfest des Fußballvereins / Probleme mit Legionellen in den Sanitäranlagen / Nächstes Jahr feiert der Verein sein 100-jähriges Bestehen

Seit acht Wochen sind Duschen gesperrt

Archivartikel

Fußballspielen kann recht schweißtreibend sein. Besonders, wenn der Ball bei tropischen Temperaturen über den Rasen rollt, freuen sich die Spieler anschließend auf eine erfrischende Dusche – die gibt es aber seit rund acht Wochen auf dem Sportgelände nicht mehr. „Die Duschen sind wegen Legionellen geschlossen, und das ist kein schöner Zustand“, klagte Vorsitzender Werner Morast, während bei weiß-blauem Himmel und angenehmen Temperaturen das traditionelle Oktoberfest des Schriesheimer Fußballvereins (SVS) gefeiert wurde.

Betroffen seien dabei nicht nur die Anlagen im alten Gebäude, sondern auch die Duschen im neuen dürften nicht benutzt werden. Derweil behilft sich der Verein mit einer Notlösung: „Zwischenzeitlich dürfen wir in der Mehrzweckhalle duschen.“ Darüber sei man der Stadt dankbar, aber das sei nun mal kein Dauerzustand. Diesbezüglich bestehe zwischen der Stadt, dem Bauamt und dem Verein ein reger und konstruktiver Austausch.

Zu erfahren war, dass das Problem im neuen Gebäude einfacher zu beheben sei als in den alten Duschkabinen: Dort würden die notwendigen Umbaumaßnahmen rund fünf Wochen dauern.„Die alte Duschanlage wird man in diesem Jahr nicht mehr nutzen können“, gab Morast eine Information aus dem Rathaus wieder.

Doch immerhin konnte er auch noch etwas Erfreuliches berichten: Im nächsten Jahr feiert der SVS sein 100-jähriges Jubiläum. Neben verschiedenen Veranstaltungen ist auch ein Festabend geplant, außerdem soll eine Chronik erscheinen, an der bereits über anderthalb Jahre gearbeitet wird. Jetzt nahmen die Vereins-„Funktionäre“ das Oktoberfest zum Anlass, um sich für die Chronik ins echte Licht zu setzen. Von all dem bekamen die Gäste, die vor allem zum Feiern kamen, wenig mit. Sie gaben sich den bajuwarischen Schmankerln hin und feuerten die Jugendmannschaften an, die das Spielfeld am Samstag beherrschten.

Problem Nachmittagsunterricht

Der Sonntag gehörte den kleinsten Fußballjongleuren, den Bambinis. „Ich habe für den Sonntag insgesamt 14 Mannschaften aus der gesamten Umgebung eingeladen, und zwei Mannschaften kicken aus unserem Kader“, informierte der Jugendleiter Thomas Dammann. Da gehe es nicht um Punkte, Auf- oder Abstieg, da gehe es mehr um die Spielfreude, bekräftigte er. Ein Problem, mit dem auch andere Vereine kämpfen, sei der Nachmittagsunterricht.

„Wir können nicht vor 16.30 Uhr mit dem Training beginnen“, bedauerte er, das bedeute auch, dass jedes Training weiter nach hinten gelegt werden musste. Erschwerend komme der Mangel an Jugendtrainern hinzu: „Wir können uns glücklich schätzen, dass da einige Väter oder Spieler aus der zweiten Mannschaft einspringen.“ Er nannte das Interesse am Fußball etwas rückläufig.

Ein Grund hierfür sei wahrscheinlich, dass Deutschland so früh bei der WM ausgeschieden sei. „Als wir Weltmeister wurden, hatten wir einen regen Zulauf“, erinnerte er sich. Doch an diesem Wochenende – gleich drei Tage lang – wurde gefeiert, und da blieben die Probleme außen vor.