Schriesheim

Schriesheim Insgesamt zufriedene Bilanz von Anbietern zum Weihnachtsdorf / Besucherarmer Nachmittag trübt das Gesamtbild

Selbstgemachtes liegt im Trend

Archivartikel

Mit einer guten Bilanz hat am Sonntag das 12. Schriesheimer Weihnachtsdorf seine Türen geschlossen. Anbieter wie auch die Besucher zeigten sich zufrieden: Die Stand-Betreiber freuten sich über hohe Besucherzahlen und klingelnde Kassen, die Besucher darüber, dass sie im familiär anheimelnden Weihnachtsdorf noch ein ausgefallenes Geschenk gefunden haben.

Waren in den Nachmittagsstunden mehr Plätzchen und Waffeln gefragt, so ging das kulinarische Verlangen in den Abendstunden mehr in Richtung heiße Würstchen. „Der Verkauf der echten Thüringer Bratwürste läuft super und verdoppelt sich zum Abend hin, wenn es Musik gibt“, bestätigte eine Standverkäuferin. Mit dem Live-Auftritt der T-Band füllten sich die Gassen zwischen den Buden zunehmend. „Der Nachmittag dagegen war recht mau“, so die Standverkäuferin.

In diesem Jahr ging der Geschenke-Trend zu warmen selbst gestrickte Socken. Weihnachtliche Standardgeschenke wie Socken und Krawatten werden also in diesem Jahr wohl wieder häufiger unter dem Tannenbaum zu finden sein.

So stand an diesem letzten Adventswochenende eine Kundin etwas hilflos vor dem kleinen, noch nicht verkauften Sockenangebot. „Es ist mir schon etwas peinlich“, gestand die Kundin verlegen. Sie habe mit ihrem Mann darum gewettet, dass sie stricken könne.

Da sie aber keine Ahnung vom Stricken habe und ihre Strickversuche wenig erfolgreich waren, sei sie auf die Idee gekommen, ein Paar Socken zu kaufen und diese als eigene auszugeben. „Haben sie welche, die nicht so perfekt sind?“, fragte sie die Händlerin Petra Montag, doch diese schüttelte nur den Kopf.

Beliebt und begehrt waren auch die Liköre am Stand von Markus Salfinger, der zu den Organisatoren gehört. „Der absolute Verkaufsschlager war in diesem Jahr der Haselnussschnaps“, erzählte er. „Brüsseler Hefewaffeln, was ist denn das?“, fragte eine Kundin erstaunt. „Diese Waffeln werden aus Hefe hergestellt“, war die Antwort.

Doch nicht alle waren mit den Besucherzahlen zufrieden. Die Betreiber des Waffel-Standes, die diesen in Kooperation mit der Markus Paul Stiftung aufgebaut hatten, hätten sich mehr Umsatz gewünscht. „Der Verkauf läuft leider recht schleppend“, hieß es.

Am späten Nachmittag füllte sich das Dorf mit einer großen Gruppe Jugendlicher. Diese deckten sich erst am Stand der Markus Paul Stiftung mit Glühwein ein, hielten kurz am Stand der Thüringer Bratwürste und zogen schließlich weiter zum Musikkorps vom Polizeipräsidium Mannheim-Heidelberg.

Tradition übernommen

Die 40-köpfige Truppe war auf dem Heimweg ihrer Nikolauswanderung. „Diese Wanderung machen wir jedes Jahr vor dem vierten Advent“, erzählte Fabian Körner. Er berichtete, dass diese Tradition ursprünglich von den Ladenburger Handballern stamme und das Ritual später, da die Handballer ein gewisses Alter erreichten, von einer Freundesgruppe übernommen wurde. „Wir sind heute Morgen mit dem Bus von Ladenburg bis zu Kling Malz gefahren und dann über die Strahlenburg zum Weihnachtsdorf gewandert.“ Nach dem Besuch auf Weihnachtsmarkt ging es gut gelaunt zurück nach Ladenburg.