Schriesheim

Schriesheim Herbstfest beim Obst-, Wein- und Gartenbauverein / Gewinner von Schätzspiel gekürt

Sieger pflanzt Kirschbaum

Ein arbeitsreiches Jahr liegt hinter den Obst- und Weinbauern, jetzt ist die Ernte eingefahren. Das gibt den Landwirten etwas Zeit, um bei ihrem Herbstfest im Zehntkeller mit Musik, Neuem Wein und selbst gebackenem Zwiebelkuchen einige Stunden zu entspannen.

Von einem „normalen“ Ertragsjahr und hohen Öchslewerten sprach Winzer Peter Haas, und auch die Obstbauern zeigten sich trotz des warmen und trockenen Sommers mit der Ernte zufrieden. „Die Blüte begann Anfang März mit den Aprikosen, und es folgten in kurzen Abständen die anderen Obstarten“, bilanzierte Vorsitzender Thomas Buchwald. Da es keine Spätfröste gab, hätten sich die Fruchtansätze sehr gut entwickelt.

Licht und Schatten bei Ernte

Mit 14 Tagen Verspätung habe die Erdbeerernte begonnen, ausgelöst durch Fruchtfäulnis aufgrund eines wechselhaften Wetters. Der Regen Anfang Juni ließ die Kirschen platzen, einige Sorten seien daher weggefallen. Bei den Zwetschgen war der Behang recht gut, was jedoch nicht für die Fruchtgröße galt, führte Buchwald weiter aus. Die Qualität der Pfirsiche habe von den hohen Temperaturen profitiert. Und obgleich die Äpfel mit Sonnenbrand und Hitze zu kämpfen gehabt hätten, zeige sich der Markt positiv. Gründe seien der Ausfall des Streuobstanbaus sowie die schwache Ernte aus den Ostblockstaaten.

Je später der Abend umso ausgelassener und fröhlicher wurden die Gäste im Zehntkeller. Dazu trugen nicht nur Wein und das Schriesheimer Lied bei, sondern auch Stimmungskanone Rudi Kling mit seinem musikalischen Beitrag.

Höhepunkt des Abend war die Verleihung der Preise an die Gewinner der Kirschkernschätzfrage durch Vorsitzenden Buchwald und die Schriesheimer Weinhoheiten. Zum zweiten Mal hatte der Obst-, Weinbau und Gartenverein beim Blütenfest ein prall gefülltes Glas mit Kirchkernen präsentiert – exakt 3550 an der Zahl. Viele Blütenfestbesucher bissen sich daran die Zähne aus, doch nur vier von ihnen kamen nach an das Ergebnis.

Für den Preis extra angereist

Den ersten Preis, einen Kirschbaum darf Stefan Engelhardt aus Weinheim in seinen Garten pflanzen. Er kam mit seiner Schätzung von 3511 Kernen dem Inhalt des Glases am nächsten. Drei weitere Mitpieler tippten auf 3500, somit entschied das Los über die Verteilung. Eine Flasche Kirschwasser ging an Anneliese Erlander aus Heidelberg, und je ein Kirschkernkissen erhielten Maike Fritz aus Lützelsachsen und Armin Werner. Er kam eigens aus dem Hessischen Bad Nauheim zur Preisverleihung und gönnte sich bei der Gelegenheit ein Wochenende mit Weinprobe an der Bergstraße. Vom Blütenfest hatte er im Radio gehört, sei daraufhin spontan mit einem Freund hingefahren. „Es hat uns sehr gut gefallen, alles war perfekt, und die Weine waren prima“, schwärmte er. An das Schätzspiel ging er mathematisch heran, verriet er mit einem verschmitzten Lächeln. Über die Zahl der Kerne pro Quadratmeter errechnete anhand des Zylinder-Volumens dessen Inhalt.