Schriesheim

Schriesheim Talstraße in Landessanierungsprogramm aufgenommen / Zuschüsse in Höhe von bis zu 30 Prozent oder 20 000 Euro pro Maßnahme

Stadt fördert Modernisierung älterer Häuser

„Jetzt gehen wir das Gebiet der frühesten Besiedlung unserer Stadt an.“ Bürgermeister Hansjörg Höfer wählt inhaltsschwere Worte, um die Bedeutung des anstehenden Projektes zu unterstreichen: Ein großer Teil der Talstraße, Hauptschlagader der Weinstadt zwischen B 3 und Odenwald, wird Sanierungsgebiet – mit vielen Fördermöglichkeiten für die Eigentümer der oft alten Häuser.

„Voraussetzung des Ganzen ist natürlich der Branich-Tunnel“, erinnert Höfer. Durch diese Umgehung wurde die Talstraße 2016 von einem Großteil des Durchgangsverkehrs entlastet. Dies schafft die Möglichkeit, aber auch die Notwendigkeit für neue Entwicklungen – im Verkehrsbereich und für das Stadtbild.

Zum Verkehr: Auf Grund ihrer nicht mehr bestehenden überörtlichen Bedeutung ging die Talstraße im Oktober vom Besitz des Landes in den der Stadt über. Verbunden damit war die Zusage des Landes, sich an der Finanzierung zur Sanierung der lädierten Straße zu beteiligen. Die Arbeiten sollen im nächsten Jahr an der Gaulsbrücke beginnen.

Parallel dazu soll die städtebauliche Aufwertung erfolgen. Im Herbst beschloss der Gemeinderat, die Aufnahme der Talstraße ins Landessanierungsprogramm zu beantragen – mit Eigenanteil der Stadt. Die Zusage des Landes liegt nun vor: Es zahlt 1,2 Millionen, die Stadt 800 000 Euro.

100 Eigentümer angesprochen

Das Sanierungsgebiet betrifft die Talstraße zwischen den Hausnummern 50 und 160, grob gesprochen zwischen dem früheren Fotostudio Bauer und der Talmühle. Also knapp 100 Eigentümer, die in den Genuss einer Förderung kommen können.

Förderfähig sind unter anderem

Instandsetzung der bestehenden Gebäudesubstanz;

Wärmedämmung an Fassade, Fenster und Dach;

Modernisierung der Technik im Haus (Heizung, Sanitäranlagen etc.)

Die Förderung beträgt 30 Prozent der zuschussfähigen Kosten, wenn das Gebäude zu Wohnzwecken genutzt wird, bei anderen Nutzungen 25 Prozent. Absolut liegt der höchste Zuschuss bei 20 000 Euro.

Was sind die Voraussetzungen? Die Eigentümer dürfen früher noch keine Zuschüsse aus ähnlichen Fördertöpfen bekommen haben, so etwa im Rahmen der 2004 ausgelaufenen Altstadtsanierung. Eine weitere Vorgabe: „Die Aufträge dürfen zu den Arbeiten noch nicht erteilt sein.“ Anträge und Informationen gibt es im Bauamt der Stadt.

Das Programm hat eine Laufzeit von zehn Jahren. „Es empfiehlt sich dennoch, bald anzufangen“, rät Höfer. Denn theoretisch ist es möglich, dass der Fördertopf schon früher aufgebraucht ist. In einem solchen Fall würde die Stadt nach heutigem Stand zwar einen Aufstockungsantrag stellen: „Doch keiner weiß, wie die finanzielle Lage von Stadt und Land in einigen Jahren aussieht.“

Um einen planungsrechtlichen Rahmen für die Baumaßnahmen zu schaffen, will die Stadt in Kürze eine Gestaltungssatzung auf den Weg bringen. Photovoltaikanlagen auf Dächern sollen möglich werden, Flachdächer verboten bleiben. „Bei aller Modernisierung“, so Höfer, „wollen wir die Talstraße als einheitliches Ensemble erhalten.“ -tin