Schriesheim

Schriesheim Aus dem ehemaligen Autohaus Gärtner wird ein Wohnquartier / Gemeinderat beschließt städtebaulichen Ideenwettbewerb

Stadt will bei Gestaltung mitreden

Archivartikel

Auf dem rund 6000 Quadratmeter großen Grundstück des ehemaligen Autohauses Gärtner an der B3 soll ein neues Wohnquartier entstehen. Noch gehört das Gelände zum Bebauungsplan „Sautrieb vor dem Heidelberger Tor“, doch solle nun ein eigener Plan, „B3-ehemaliges Autohaus“ aufgestellt werden, informierte Bauamtsleiter Markus Schäfer in der letzten Sitzung des Gemeinderats. Grund für die Änderung: Die Festsetzungen des noch geltenden Plans könnten dann vollständig ersetzt werden.

Schlechte Verkehrsanbindung

Aus dem Gestaltungsbeirat sei der Vorschlag gekommen, einen Planungswettbewerb einzurichten. Für die Garantie der Planungshoheit sei es notwendig, eine Veränderungssperre über das Areal zu legen, führte er weiter aus. „Wir haben im Ausschuss die Pläne eingesehen und hatten den Eindruck, dass diese nochmals überarbeitet werden sollten“, stieg Christian Wolf (GL) in die Aussprache ein und bemängelte das Fehlen einer Aufenthaltsqualität auf dem großen Areal sowie eine unbefriedigende Verkehrsanbindung.

Daher nannte er den Einsatz des Gestaltungsbeirates einen guten Weg, der zu begrüßen sei: „Die Stadt sollte es in den Händen behalten und bestimmen, was in diesem Bereich sinnvoll wäre“. Als wichtig schätzte er das verkürzte Verfahren und die Veränderungssperre. Ebenfalls Zustimmung kam aus den Reihen der CDU. Frank Spingel begrüßte den Einsatz eines städtebaulichen Ideenwettbewerbs, ebenso wie Jutta Becker (FW). Sie nannte diese Bebauung in zentraler Lage eine einmalige Gelegenheit.

Eine Gewerbefläche in Wohnraum umzuwandeln, sei ein positives Signal, fand Sebastian Cuny: „Wir begrüßen es, dass die Verwaltung die Initiative ergriffen hat und sich das Heft nicht hat aus der Hand nehmen lassen.“ Der SPD-Fraktionssprecher ging darauf ein, dass man den zuvor vorgelegten Plan städtebaulich nicht als vertretbar gesehen und dies auch der Verwaltung in einer Stellungnahme erklärt habe. Mit dem Ideenwettbewerb beschreite man einen richtigen Weg.

„Es ist schön, dass neuer Wohnraum geschaffen wird“, äußerte sich Ulrike von Eicke und Polwitz (FDP). In diesem konkreten Fall lobte sie, dass der Stadt mit dem Ideenwettbewerb die Möglichkeit einer Mitbestimmung gegeben werde. Zustimmung gab es ebenfalls von Liselore Breitenreicher (BgS) und Thomas Kröber (AfD), der vorschlug, im neuen Quartier nicht nur Wohnraum, sondern auch Platz für Betriebe wie beispielsweise Nahversorgung zu ermöglichen. Beschlossen wurde ein beschleunigtes Verfahren als „Bebauungsplan der Innenentwicklung“, das um Verfahrensschritte wie Umweltprüfung oder Befragung von Trägern öffentlicher Belange verkürzt werden kann.