Schriesheim

Schriesheim Gründer des Hilfszentrums für arme Kinder und Waisen in Nepal zu Besuch in der Weinstadt / Dank an Unterstützer

„Unsere Einrichtung lebt fast nur von Spenden“

Archivartikel

Als 2004 nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal das von Sudama Karki ins Leben gerufene und am Fuße des Mount Everest gelegene Waisenhaus mit Schule total zerstört wurde, rief der Schriesheimer Dieter Alt zu einer Spendenaktion auf, die alle seine Erwartungen übertraf: Stattliche 25 000 Euro an kamen zusammen.

Und die Schriesheimer schickten auch reichlich Flaschen auf die Reise, mit den Namen aller Spender und einem persönlichen Brief von Bürgermeister Hansjörg Höfer. Die Flaschen waren für den Wiederaufbau eines der urigen zweistöckigen „Bottle Houses“ bestimmt, das den Namen „Schriesheimer Haus“ trägt. Doch in den folgenden Jahren ging es mit der Spendenfreudigkeit rapide zurück.

Ende des vergangenen Jahres konnte Dieter Alt noch einmal 6000 Euro nach Nepal überweisen. 3000 Euro wurden vom Leiter des Schriesheimer Heinrich Sigmund Gymnasiums gespendet, davon waren 400 Euro von den Freien Wählern.

Dieser Betrag war für die Besoldung eines Lehrers bestimmt. „Wir konnten für anderthalb Jahre einen Lehrer für Biologie und Chemie einstellen“, dankte Sudama Karki, der Gründer des Hilfszentrums für arme Kinder und Waisen, dem Schulleiter. Er und sein Sohn weilen derzeit in der Weinstadt, um den Schriesheimern und besonders den Initiatoren um Dieter Alt für ihre unermüdliche Einsatzbereitschaft zu danken. Sind sie es doch, die das Leid der vielen Straßenkinder in Nepal nicht in Vergessenheit geraten lassen.

Geld für Musikraum

Karki hatte seinen Gastgebern viele farbenfrohe Bilder seiner Schützlinge mitgebracht, die alle Lebenslust und Freude, aber auch Dankbarkeit ausstrahlen, ein Dankeschön an die Spender. Von den restlichen 3000 Euro, darunter auch eine stattliche Summe von Vizebürgermeisterin Barbara Schenk-Zitsch, konnte endlich auch ein Musikraum eingerichtet werden. 180 Kinder werden ab dem Vorschulalter bis zur Klasse 10 von 19 Vollzeit-Lehrern und 24 Teilzeit-Lehrern bis zur Hochschulreife unterrichtet.

Jedoch nur bei 30 Prozent der Schüler ist es den Eltern möglich, ein Schulgeld zu bezahlen. „Unsere Einrichtung lebt fast ausschließlich von Spenden“, informiert Karki. Er rechnet vor, dass pro Kind eine Vollverpflegung lediglich 50 bis 70 Euro im Monat koste und warb für Patenschaften. „Ab April können wir in unserem neuen Schulgebäude 450 Kinder aufnehmen“, freut er sich. Karki hob die Wichtigkeit einer schulischen Bildung hervor, gebe es in Nepal doch immer noch 50 Prozent Analphabeten. Im Gepäck hatte er auch einen Film, der Einblicke in den Alltag der Kinder und Betreuer gibt.

Karki berichtete auch über Zukunftspläne. So könne man dank großzügiger Spenden des Lions Clubs in Österreich einen medizinischen Raum einrichten. Neben einer fundierten Schulausbildung werden den Kindern auch sportliche Aktivitäten angeboten. Auf dem weitläufigen Gelände baut man zudem Gemüse und Reis an, bald auch Kaffee.