Schriesheim

Schriesheim Rundgang der Grünen zum Thema Nahversorgung in Altenbach / Anwohner kritisieren fehlendes Lebensmittelgeschäft und Zustand des Spielplatzes

Viele Ideen für bessere Infrastruktur

Archivartikel

Gemeinsam mit interessierten Bürgern haben sich die Altenbacher Grünen auf die Suche nach einem geeigneten Standort für ein Lebensmittelgeschäft gemacht. Der letzte Laden hat seine Tür schon vor geraumer Zeit für immer geschlossen. Seitdem gibt es für Lebensmitteleinkäufe im Ort nur noch einen kleinen Wochenmarkt, einen Kiosk und einen Bäcker, der aber nur morgens für einige Stunden öffnet. So könne es nicht weitergehen, meinen viele Altenbacher.

Bei einem Workshop an diesem Montag haben Bürger die Gelegenheit, ihr eigenen Ideen einzubringen. Um dem Thema zusätzlich Gewicht zu verleihen, führte auch der Grünen-Landtagsabgeordnete Uli Sckerl bei dem Rundgang Gespräche. „Man sollte nicht klagen, sondern positiv an die Sache ran gehen“, meinte er. Natürlich nerve es aber, wenn es keinen Laden für den täglichen Bedarf gebe. Es dürfe keineswegs so weit kommen, dass der ländliche Raum ausblute. „Ich werde die hier vorgetragenen Ideen und Wünsche mit nach Stuttgart nehmen“, versprach Sckerl.

Die Teilnehmer schweiften jedoch ab, als einige Eltern den Fokus auf fehlende Spielplätze und überhaupt auf das nicht vorhandene Angebot für Jugendliche legten. Sie klagten über den „heruntergekommenen“ einzigen Spielplatz, der dringend saniert werden müsse, und forderten mehr Unterstützung seitens der Politik. Fraktionssprecher Christian Wolf erklärte, dass hierfür demnächst Gelder in den Haushalt eingestellt werden müssten. „Macht der Verwaltung mehr Druck“, lautete der Rat von Uli Sckerl.

Die Schulsozialarbeiterin an der Kurpfalz-Realschule, Julia Weber, die mit ihrer Familie in Altenbach lebt, monierte: Für Jugendliche im Ort gebe es keine Angebote. Sie regte an, im evangelischen Gemeindehaus wieder eine kommunale Jugendarbeit einzurichten. Dem stand die Kirchengemeinderätin der evangelischen Kirche, Renate Schmitt, nicht ablehnend gegenüber. Jedoch seien die alten Räumlichkeiten, die vor Jahren von der Sozialarbeit genutzt wurden, aus baulichen Gründen nicht mehr nutzbar. Anders sei das bei Räumen im Erdgeschoss. Weiter erklärte sie, dass man das Gemeindehaus nach außen hin öffnen wolle. So könne sie sich vorstellen, im unteren Bereich eine Begegnungsstätte einzurichten. „Es könnte ein kleines ‘Mittendrin‘ werden“, so ihre Überlegung.

Uli Sckerl zeigte sich vom Ideenreichtum beeindruckt. „Es geht nur gemeinsam, so so kann man einen Ort weiterbringen“, sagte er.

Nach dem Halt im Gemeindehaus ging es über die Ortsstraße vorbei an ehemaligen kleinen Läden. „Hier gab es ein kleines Kaufhaus, hier einen Bäcker, dort den Schuhmacher“, schwärmte ein Teilnehmer von einer längst vergessenen Zeit und einem Dorf mit lebendiger Infrastruktur. Angelika Penndorf und Anette Lennert führen den Blumen- und Geschenkladen „Pele“ an der Dorflinde. Sie fühlen sich in Altenbach recht wohl, doch ohne ihre Stammkundschaft könnten sie ihr Geschäft nicht betreiben, betonten beide. Hoffnungen setzen sie auf die Neugestaltung an der Dorflinde mit einem Fußgängerbereich.

Wunsch nach neuem Eingang

Der letzte Halt der Ortsbegehung galt dem Pächter der Kegelstube, Rainer Seifert. Obwohl hier schon lange nicht mehr gekegelt wird, ist die Stube ein Treff für Jung und Alt und im Sommer schon wegen der Terrasse mit Außenbewirtung äußerst beliebt. Seiferts Wunsch ist ein Eingang von der Schulhof- und Parkplatzseite in die Gaststätte. Christian Wolf bescheinigte, dass ein Durchbruch machbar sei – das Hindernis liege aber an der Bürokratie.

Abschließend plädierte Herbert Gutfleisch für einen Lebensmittelmarkt mit Parkplätzen außerhalb Seite an Seite mit einem neuen Feuerwehrhaus. „Ein Supermarkt ohne Parkplätze bringt nichts.“