Schriesheim

Schriesheim Gemeinderat vergibt Arbeiten am „Platz Nord“ an der OEG / Unterführung wird für Bauarbeiten gesperrt / Kritik von CDU- und SPD-Räten

Von den guten Ideen ist wenig übrig geblieben

Archivartikel

602 000 Euro – so viel soll der „Platz Nord“ um die Unterführung kosten. Ein Angebot über diese Summe erhielt im Gemeinderat jetzt jedenfalls den Zuschlag. Abgegeben hatte es die Mertesheimer Garten- und Tiefbaufirma Bender, die bereits den – seinerzeit 1,1 Millionen Euro teuren – „Platz Süd“ gestaltete. Für Bauamtsleiter Markus Schäfer war es eine „Punktlandung“, hatte er doch anfangs mit 610 000 Euro kalkuliert; mit über 730 000 Euro war das andere Unternehmen, das im Vorfeld ein Angebot abgab, weit abgeschlagen.

Beginn Mitte Oktober

Kurz nach der Sitzung, kündigte Schäfer an, sollten im Rathaus die Vorbereitungen für die Baustelle in Angriff genommen werden, Mitte Oktober soll das Gelände dann abgesperrt und mit dem Abfräsen der bisherigen Unterführungs-Wand begonnen werden.

Die offenere Gestaltung war es dann auch, die Michael Mittelstädt bei der Bürgerbeteiligung für eine so „grandiose“ Idee hielt. „Es ist leider wenig davon übriggeblieben, nur Teile dieser Vorschläge wurden umgesetzt“, bedauerte der CDU-Fraktionssprecher. Wie auch Gabriele Mohr-Nassauer (SPD), die es traurig fand, dass viele gute Einfälle aus einer früheren Bürgerbeteiligung nicht umgesetzt worden seien. Sie sprach ein Thema an, das in der Vorbereitung zu kurz gekommen war: Überarbeitet wird nämlich nur eine Seite der Unterführung, die andere bleibt wie sie ist. „Könnte man auf dieser Seite nicht auch etwas machen? Vielleicht zumindest streichen?“

Barbara Schenk-Zitsch (GL) war mit der aktuellen Umgestaltung der Rampe zufrieden, erinnerte aber daran, dass ihre Steigung ursprünglich 42,8 Prozent hätte betragen sollen: „Das wäre eine ziemliche Verschlimmbesserung gewesen.“ Weshalb sie erleichtert war, als nachgebessert wurde und die Auffahrt jetzt wenigstens wie zuvor 18 Prozent Steigung aufweist. „Aufmerksamkeitsfelder“ an der Treppe und helles, blendfreies Licht gefielen ihr als Mitglied des Arbeitskreises „Barrierefreiheit“ dagegen gut. FW-Stadtrat Bernd Hegmann freute sich, dass das Angebot der Firma Bender im Kostenrahmen blieb, er gab gleichwohl zu bedenken: „Das ist trotzdem ein erheblicher Betrag.“

Die Stadt müsse Sorge tragen, dass gerade der künftige Bouleplatz nicht als Hundeklo missbraucht werde. Ansonsten soll die Fläche mit grauem Pflaster ausgelegt, zum Teil von Hainbuchenhecken und Bäumchen in „Schirmform“ gesäumt werden. Eine Sitzbank aus Granit und ein Trampolin sollen zum Aufenthalt einladen. Fertig sein wird alles Mitte April 2019, wie Bürgermeister Hansjörg Höfer betonte.

Während der Bauzeit kann die Unterführung nicht benutzt werden. Mittelstädt schlug daher noch vor, das „Fußgängergrün“ auf der B3 zu verlängern. „Für mich als Autofahrer ist das zwar ärgerlich“, sagte er. Für die Schulkinder, die morgens und mittags die vielbefahrene Straße überqueren müssen, sei es dagegen sicherer. stk