Schriesheim

Festakt Alt-Bürgermeister Peter Riehl erinnert an die Anfänge / Einrichtung heute geschätzt

„Von der Schatzkiste zur Schatzkammer“

Archivartikel

Doppelter Grund zu feiern im Kerg-Museum: Zum einen die Finissage der Ausstellung von Anna Recker mit ihren besonderen geometrischen Figuren, zum zweiten und vor allem den 30. Geburtstag der Einrichtung.

Museumsleiterin Lynn Schöne freute sich, so viele Gratulanten begrüßen zu dürfen. Allen voran Altbürgermeister Peter Riehl und Altstadtrat Franz Neumann. Diesen beiden sei es zu verdanken, „dass Schriesheim über ein Museum verfügt, in dem auch international bekannte Künstler gerne ihre Werke ausstellen.“ Aber sie dankte auch den vielen ehrenamtlichen Helfern.

Im Namen der Stadt hob Vize-Bürgermeisterin Fadime Tuncer den bedeutenden Stellenwert dieses an der Bergstraße einmaligen Kunstmuseums hervor und lobte die Beharrlichkeit der Eheleute Ingrid und Franz Neumann. „Ihr Engagement und Ihre Energie für dieses Museum haben sich gelohnt.“ Sie verschwieg jedoch auch nicht die Vorbehalte und die Kritiken, die damals aus dem Gemeinderat kamen. „Ein Museum zu öffnen, um Kunstwerken einen Raum zu geben, ist keine Idee von Verrückten und Durchgeknallten“, meinte sie über die früheren Skeptiker. Sie nannte das Museum „eine Perle, für die man eine Schatzkiste gesucht und gefunden hat.“ Heute sei das Museum Aushängeschild der Stadt Schriesheim und habe sogar überregionale Bedeutung erlangt, wie sie betonte: „So ist aus einer anfänglichen Schatzkiste mittlerweile eine Schatzkammer geworden.“

Wer wüsste besser, welche Kämpfe damals im Gemeinderat ausgetragen wurden, als Alt-Bürgermeister Peter Riehl. „Ich erinnere mich noch sehr genau an den Tag, an dem Ingrid Neumann mich mit Théo Kerg zusammenbrachte.“ Diesen habe er „als wunderbaren und weltoffenen Menschen“ kennengelernt.

Riehl sprach auch den Konflikt im Gemeinderat an – und die „wüsten Anschuldigungen“, als die Idee des Museums endlich Form annahm. „Der Riehl hat doch von sowas keine Ahnung und der Gemeinderat noch weniger“, zitierte er einige der damaligen Vorwürfe, die beim Publikum für Lacher sorgten. Und er hob hervor, dass es ohne die Familie Neumann kein Kerg-Museum gäbe.

Allen Unkenrufen und Vorhersagen, was da alles schief gehen könne, zum Trotz, sei das Kerg-Museum nach 30 Jahren eine echte Erfolgsgeschichte, betonte Riehl. Und so rief er dazu auf, alles dafür zu tun, um dieses Kleinod zu erhalten und weiterhin so erfolgreich zu gestalten.