Schriesheim

Schriesheim Feststimmung, Unterhaltung für die ganze Familie und klare Worte der Kerwepfarrerin in Altenbach

Vor dem Weinen und Gezeter steht ein buntes Programm

Archivartikel

Mit dem Ausgraben der Kerwe am Freitagabend, die als Flache Wein das Licht der untergehenden Sonne erblickte und dem Verzehr des Kerwekuchens vor dem Lokal Sonus, stand dem größten Altenbacher Ereignis, der Kerwe, nichts mehr im Wege. In diesem Jahr hatte der Altenbacher Kerweverein keine Mühen gescheut und ein Programm auf die Beine gestellt, das nichts mehr zu wünschen übrig ließ. Angefangen vom Rummelplatz, in diesem Jahr zum Bedauern der Kinder ohne die geliebte Schiffschaukel – der Betreiber hatte kurzfristig abgesagt –, dem Kinderflohmarkt über sportliche Aktivitäten, dem Kerwelauf der Altenbacher Grundschule über eine Modenschau, auf der Bühne waren die „Honeywell Bouncers, die „Zwoa Spitzbuam“, „5-feet“, Schriesheims Lieblingsgruppe die „Garden-Party“ und die „Line-Dance“ zu sehen und vor allen Dingen zu hören.

Strahlender Sonnenschein

Den Startschuss gaben am Samstag die Schützen. Bei strahlendem Sonnenschein begrüßte der Ortsvorsteher Herbert Kraus die illustre Kerwegemeinde, die Vertreter des Stadtparlaments, Bürgermeister Höfer, sowie die Schriesheimer Weinprinzessin Ivanca Großmann und die Altenbacher Köchlöffelhoheiten, Königin Anna Hölmer mit ihrer Prinzessin Anna Zeberer. Die Moderation oblag in den Händen von Hans-Peter Pröll.

Das Volksfest eröffnete mit Tänzen die Volkstanzgruppe des MGV Eintracht und auch der Fanfarenzug Strahlenburger Löwen spielten auf. Kerweparrerin Ann-Christin Kress mit ihrer Kerweborschin Selina Leibinger und dem Kerweborschen Kevon Zeberer sprach das „Kerweglaubensbekenntnis“ und gab den Namen des stattlichen braungebrannten Michael Jackson-Verschnitt bekannt, er nennt sich Ingo I. und ist pünktlich zur Kerwe aus Mallorca eingeflogen.

Gespannt wartete das närrische Kerwevolk auf die Kerweredd der Pfarrerin, die sie gekonnt in Reimform vortrug und in die natürlich alles gepackt war, was sich so im Lauf des Jahres ereignet hatte. In Altenbach wurde aus dem Märchen „Hans im Glück“ in ein „Hans im Dreck“, umgeschrieben, als Hans Beckenbach bei einem Dreh das Auto des Fernsehteams aus dem Matsch ziehen wollte und dabei mit Schlamm „awer net zu knapp“ bespritzt wurde. Weniger witzig empfanden es die Kinder vom Kinderhaus, als der arbeitswütige Patrick von der Stadt ihr „Unkrautprojekt“, das sie zur Erforschung von Insekten angelegt hatten, als Unkraut identifizierte und es beseitigte. Große Schelte galt dem Thema Tunnel und der fehlenden Beschilderung Altenbach und Ursenbach. „Ma hot uns un Orscheboch auf de Schilder efach vergesse“. Doch stattdessen stehe „Schriese-Ost“. Frage man den Postboten „wo liegt Schriese-Ost“, so schüttle er nur verständnislos den Kopf. „Vielleicht tut Schriese-Ost besser uff de Schilder passe“, überlegte sie. Jetzt habe der Ortschaftsrat die „Trompete geblose, denn der will sich des net gefalle losse“. Er habe schon die Faust zum Kampf erhoben und der Volkszorn tobe, wandte sie sich an die Adresse der Verantwortlichen und sie hatte auch schon die Lösung parat. „Wir stellen vun uns aus neie Schilder uff!“ Am Kerwemontag kehrt Ingo mit Weinen und Gezeter um 19 Uhr wieder in den Kerwehimmel zurück.