Schriesheim

Schriesheim Serie „Neue Gemeinderäte“ – Diesmal mit CDU-Stadträtin Christiane Haase / Mutter, Geschäftsfrau und Vorsitzende

Vorbild für ihr Engagement ist der Vater

„Ich freue mich auf die Arbeit, auch zusammen mit den anderen Fraktionen.“ Christiane Haase blickt optimistisch auf die Gemeinderatsarbeit nach der Sommerpause. Und das, obwohl die frisch gebackene CDU-Stadträtin gleich in ihrer zweiten Sitzung einen konfliktreichen Wahlgang um den Posten des stellvertretenden Bürgermeisters miterlebt hat.

Der „MM“ besucht die Schriesheimerin im Rahmen der Sommerserie „Neue Gemeinderäte“ Zuhause, wo sie mit Mann Jörn, den beiden zwölf und 15 Jahre alten Töchtern und den Kaninchen der Familie lebt. Mit den flauschigen Nagern auf dem Arm erlebt man die Vorsitzende der örtlichen Frauenunion und des CDU-Stadtverbands in bislang unbekanntem Kontext. Doch um die Tiere, sagt sie, kümmern sich im Alltag ihre Töchter.

Außerdem sind sie die Hauptattraktion für die Kinder im Viertel, die regelmäßig am Gehege im Garten Station machen. Überhaupt die Nachbarschaft: Seit mehr als zehn Jahren wohnen Haases im „Solaris“-Wohngebiet in Schriesheim Nord, und Christiane Haase findet das Miteinander hier „einfach sensationell“.

Geboren und aufgewachsen in Hamburg, hat die 46-Jährige schon an vielen Orten gelebt, war als Schülerin ein Jahr in Neuseeland, später in Frankreich, absolvierte in Köln eine Ausbildung zur Europa-Direktionsassistentin, arbeitete bei einem Pharmakonzern in Hamburg oder in Agenturen in Frankfurt.

Nun hat sich die Familie hier niedergelassen und bereut diese Entscheidung keinen Tag. „Kaum jemand hat hier Großeltern vor Ort, die die Kinder auch mal hüten können“, weiß sie. Weshalb das Elternnetzwerk in Sachen Babysitting ausgezeichnet funktioniert.

Zweite Kandidatur erfolgreich

Auch, als sie sich selbstständig machte. Sie ist Dozentin in der Erwachsenenbildung und bietet Kurse in Business-Englisch für Firmenkunden an. Ihren Schwerpunkt hat sie aber auf PR-Beratung gelegt; dazu gehören Texte und Blogs für Firmen, die Pflege von Internetauftritten und Beratung in Sachen Öffentlichkeitsarbeit.

Das ließ wohl manchen beim CDU-Stadtverband aufhorchen, als die Geschäftsfrau 2014 in die Partei eintrat: „Die CDU lag mir am nächsten, und ich fand es gut, dass sie schon den Generationswechsel vollzogen hatte.“ Sie wurde Mitgliederbeauftragte, organisierte Veranstaltungen wie das 40-jährige Jubiläum der Frauenunion und ließ sich für die Kommunalwahl aufstellen, damals auf Platz 20. Vorbild war ihr früh verstorbener Vater, der gerne für die Hamburger Bürgerschaft kandidiert hätte, wäre er seinerzeit nicht schwer erkrankt. Was Haase auch noch umtreibt, ist ihr Wunsch, die Stadt und auch ihre Wirtschaftsunternehmen zu fördern.

Beim Sozialprojekt „Fairmieten“ schätzt sie den Ansatz, Mieter und Vermieter zusammen zu bringen. Warum, fragt sie sich, soll das nicht auch mit Firmengemeinschaften funktionieren? „Denn wir haben hier vor Ort eine Riesenvielfalt an Unternehmen, auch im Bereich künstliche Intelligenz.“

Daneben liegt der früheren Gesamt-Elternbeiratsvorsitzenden auch die Schulsanierung am Herzen. Ihre erste Wortmeldung im Gemeinderat betraf dann auch die Schule.

Mehr Fairness gewünscht

„Aber wir haben in Schriesheim nicht nur die Schule, es gibt Tausende von Themen“, sagt sie. Und die möchte sie pragmatisch und sachbezogen angehen.

Weshalb die Stadträtin auch die Querelen um die Bürgermeister-Stellvertretung nicht wirklich versteht: „Ich fand es gut, dass es mehrere Kandidaten gab. Dass man die Wahl hatte. Und ich hätte mir in der Sache mehr Fairness gewünscht.“