Schriesheim

Schriesheim Niedergang des Einzelhandels im Stadtteil Altenbach beschleunigt sich / Workshop am 30. September soll Lösungswege aufzeigen

Vorschläge und Ideen der Bürger gefragt

Die Stadt Schriesheim will dem Niedergang der Infrastruktur in ihrem Stadtteil Altenbach entgegenwirken. Als erster Schritt soll am 30. September ein Workshop zum Thema Nahversorgung gemeinsam mit den Bürgern etwaige Lösungen entwickeln. Das Konzept stellten Bürgermeister Hansjörg Höfer und Altenbachs Ortsvorsteher Herbert Kraus jetzt im Rathaus der Presse vor.

Der schleichende Niedergang der Infrastruktur, unter dem Altenbach leidet, hat sich in den vergangenen Jahren noch beschleunigt. Die Filialen von Volksbank und Sparkasse sind abgezogen, das Restaurant „Sonus“ hat zugemacht, vor fast zwei Jahren vor allem das letzte Lebensmittelgeschäft Pröll. Übrig geblieben ist allein ein Bäcker, der werktags jedoch nur bis 12.30 Uhr geöffnet hat.

Keine Grundnahrungsmittel

Nun gibt es in Altenbach außerdem immerhin noch einen Arzt und einen Physiotherapeuten, einen Friseur und ein Blumengeschäft, einen Kiosk und eine Kegelbahn – doch nichts, bei dem man sich mit Grundnahrungsmitteln eindecken kann.

„Hier sehen wir ganz deutlich die Auswirkungen des demografischen Wandels“, erläutert Ortsvorsteher Herbert Kraus am Montag vor der Presse: „Auf der einen Seite werden die Menschen immer älter, auf der anderen Seite ist die Abwanderung zu spüren.“ Dem müsse die Gemeinde entgegenwirken: „So kann es nicht weitergehen“, fordert Kraus: „Wir brauchen ein Konzept, um die Altenbacher auch mit Grundnahrungsmitteln versorgen zu können.“

Verwaltung ergreift Initiative

Auch im Schriesheimer Rathaus ist das Problem nicht unbekannt, und so wurden bereits verschiedene Lösungen diskutiert. Als denkbar erachtet wird etwa das Aufstellen von Automaten zur Grundversorgung. Zerschlagen haben sich laut Verwaltung aber offenbar Überlegungen für einen genossenschaftlichen Betrieb. Wenig hält Ortsvorsteher Herbert Kraus auch von einem Kaufwagen, der ein- bis zweimal wöchentlich ins Dorf kommt.

Bei den möglichen Lösungen soll jedoch nichts über die Köpfe der Altenbacher hinweg entschieden werden. Daher will man – wie bei der zurückliegenden Neugestaltung des Ortsmittelpunktes – die Bürger mit ins Boot holen.

Betroffene einbeziehen

Geplant ist eine Bürgerwerkstatt, in der die Altenbacher ihre Ideen und Vorschläge vortragen können, die alle gesammelt werden und über die dann diskutiert wird. „Der Schub muss aus der Bürgerschaft kommen, denn die Altenbacher müssen sich damit auch identifizieren können“, fasst Kraus das Ziel zusammen.

Moderiert wird der Workshop von Jutta Breitschwerd vom Institut für kommunikatives Handeln. Der Workshop findet in der Verwaltungsstelle Altenbach statt. Die Verwaltung bittet um rege Teilnahme.