Schriesheim

Schriesheim Schätzungsweise 10 000 Besucher beim Blütenwegfest zwischen Dossenheim und Hirschberg unterwegs

Wandern mit Musik und Secco

Der Himmel ist leicht rosa gefärbt, die Stadt unterhalb der Strahlenburg liegt noch im tiefen Schlummer, da haben die Helfer vom Verkehrsverein ihr Zelt an der Aussichtsplattform schon fast fertig: Hier werden Secco und alkoholfreie Getränke an die Wanderer des Blütenwegfests ausgeschenkt. Bis die ersten kommen, ist noch ein wenig Zeit, doch überall an den 50 Stände entlang der diesjährigen Wegstrecke zwischen Dossenheim und Großsachsen wird jetzt schon geschafft.

Zwei Stände werden von Mitarbeitern der Stadt betreut, einer neben dem Verkehrsverein: Hier kann man die Gläser mit dem Aufdruck des Veranstalters, des Blütenwegvereins, kaufen und bekommt Gewinnspielkarten. Wer an mindestens drei Ständen war, darf an der Verlosung um Konzertkarten, Geopark- oder Bergwerksführungen teilnehmen. Für Kinder stehen große Sandkübel bereit, in denen sie nach „Diamanten“ schürfen können: Wer fündig geworden ist, darf unter Igeln, Fledermäusen und Enten aus Plüsch wählen; Hauptpreis ist Teddy „Honey“, ein flauschiges Tier mit dem „Fair-Play-Siegel“.

Ziegen, Bratwurst und Shantys

An der Odenwaldstraße hat das Team um Torsten Filsinger schon um halb zehn die ersten Wanderer begrüßt. „Wir rechnen heute mit einem großen Andrang“, sagt der Wirtschaftsförderer mit Blick auf den Himmel: Gestern war das bei Regen und Schnee noch nicht sicher, doch jetzt steigt die Sonne langsam höher.

Um 11 Uhr findet mit dem Start der „Bürgermeister-Wanderung“ am Leutershausener Kehrrang so etwas wie der inoffizielle Startschuss statt. Neben „Hausherr“ Manuel Just brechen hier auch die anderen Rathauschefs der Bergstraße sowie Organisator Roland Robra vom Blütenwegverein Richtung Süden auf: Hansjörg Höfer aus Schriesheim, sein Hemsbacher Amtskollege Jürgen Kirchner und David Faulhaber aus Dossenheim.

Mit Folkmusik vom Leiter des „Odenwälder Shantychors“, Matz Scheid, erwandert sich die Gruppe das Gewann „Baret“ und den Madonnenberg, wo es Stände der Schriesheimer Jäger gibt und man einen Blick auf die Ziegen werfen kann, die bereits mit dem Roden brach liegender Gärten begonnen haben.

Mittlerweile steht die Sonne hoch am Himmel, es ist klar, dass das Fest ein Erfolg wird; vor dem Zehntkeller spielt sich die Musikschul-Band „Crushing Jars“ mit den Sängern Jenny und Sherwin warm, später übernehmen die Musiker der „Strada Montana-Bigband“, der Kinderchor und der junge Chor „Happy Voices“ vom Gesangverein „Liederkranz“. An den Biergarnituren können sich die Wanderer niederlassen und die wund gelaufenen Füße ausstrecken. Am Stand der Winzergenossenschaft schenkt Weinhoheit Nadja Grittmann einen kühlen Weißburgunder ein, bei „Fath´s Imbiss“ gibt´s Wildschweinbratwurst. Für die Kinder steht eine Hüpfburg bereit und das AWO-Spielmobil, wo sie Luftballontiere basteln können. Nun könnte man weiter gehen, mit dem Shuttlebus zurück zum Parkplatz fahren. Oder noch ein wenig in der Sonne sitzen. Sie und die vielen Angebote bescherten dem Fest wieder einen Achtungserfolg: Am Ende schätzen die Veranstalter die Besucherzahl auf 10 000: Ein respektables Ergebnis, das aber doch nicht ganz an den letztjährigen Rekord von 12 000 Besuchern heran reicht.