Schriesheim

Schriesheim Marco Ginal scheidet aus, Irmgard Mohr rückt nach

Wechsel am Ratstisch

Archivartikel

Die Enttäuschung ist nicht gering, als sie bei der zurückliegenden Kommunalwahl 2014 den Sprung in den Gemeinderat verpasst. Doch nun, kurz vor Ende dieser Legislaturperiode, wird der Wunschtraum der waschechten Schriesemerin doch noch wahr: Irmgard Mohr, vor Ort bekannt als engagierte Vorsitzende des Verkehrsvereins, rückt vorgestern Abend in den Gemeinderat und dort in dessen SPD-Fraktion nach.

Möglich und nötig wird dies, da Marco Ginal aus beruflichen und familiären Gründen ausscheidet. „Vor 48 Stunden bin ich Vater geworden“, lächelt er. Und auch beruflich ist es dem Berufsschullehrer immer schwerer gefallen, Dienst und Ratsmandat in Einklang zu bringen.

„Sie waren ein sehr angenehmer Gemeinderat“, bezeugt Bürgermeister Hansjörg Höfer zum Abschied – und drückt damit aus, was man im ganzen Gremium empfindet. „Vor allem Ihr technisches Geschick wird uns fehlen“, spielt Höfer auf die jüngste TA-Sitzung an, die nur wie gewohnt ablaufen konnte, weil Ginal Laptop und Beamer in Gang setzte.

Obwohl einer der Jüngsten im Gremium, gehört Ginal ihm mehr als sechs Jahre lang an. Auf Grund seiner beruflichen Tätigkeit ist er für seine SPD in den Bereichen Bildung und Jugend wertvoll, bekennt sein Fraktionschef Sebastian Cuny, der traditionsgemäß die Abschiedsworte im Namen des Gemeinderates spricht. Als solcher habe Ginal auch den Schulbauprozess entscheidend mitgestaltet: „Schön, dass Du an dem Grundsatzbeschluss für die Sanierung noch mitwirken konntest“, formuliert Cuny vieldeutig und bekennt: „Mit Dir verliere ich meinen engsten Freund im Gremium.“

„Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen“, versichert der junge Altstadtrat: „Aber die Mehrfachbelastung ist auf Dauer zu hoch.“ Und in Abwandlung von Paulchen Panthers berühmtem Satz „Das ist nicht Ende aller Tage/Ich komm‘ wieder, keine Frage“ kündigt er an: „Das ist nicht das Ende meiner politischen Zukunft. Wer weiß, was in fünf oder zehn Jahren ist? Vielleicht kandidiere ich ja wieder. Ich schließe nicht aus, dass wir uns hier wiedersehen.“

Das gilt auch für Irmgard Mohr, durch ihren Bruder, den bekannten langjährigen Stadtrat Karl-Heinz Schulz, mit Gemeinderatsarbeit bestens vertraut. Ihre Mitgliedschaft im Gremium soll kein kurzes Gastspiel bleiben: Wie bereits feststeht, möchte sie bei der anstehenden Kommunalwahl am 26. Mai wieder antreten.