Schriesheim

Wechsel auf die Zukunft

Archivartikel

Die Kandidatennominierung der CDU bot eine Überraschung: So brav die Fraktion im Gemeinderat vor sich hin werkelt, so lebendig zeigte sich der Ortsverband bei der Wahl seiner Be-werber für den Gemeinderat. Die Liste, die dabei entstand, zeugt von politischem Geschick.

Das Ergebnis dieses Abends deutete sich dem Betrachter bereits beim Betreten des Versammlungssaals an. Die wenigen Altstadträte wie Siegfried Schlüter, Paul Stang, Isolde Nelles und Peter Seubert wirkten wie Zeugen einer anderen Zeit. Schon optisch geprägt war das Auditorium hier von jungen, von neuen Gesichtern. Die CDU Schriesheim hat den Generationswechsel ge-schafft. Und das erfolgreich.

Denn die Kandidaten sind zwar jung, aber im traditionellen Leben vor Ort verwurzelt: Winzergenossenschaft, SV, Raubritter – das sind ihre Aktionsfelder. Und sie tragen die Namen in der Stadt bekannter Familien: Mittelstädt, Jäck, Haas, Urban, Heberle. An-dererseits hat die Partei mehrere Neubürger auf der Liste, einer gar erst 2018 zugezogen. Es bleibt abzuwarten, wie der Wähler dies am 26. Mai bewertet. Langfristig jedoch ist es der richtige Weg.

Gleichwohl hat die Partei auch zwei große Baustellen. Die eine ist die mangelnde Vertretung von Frauen: Ein Drittel der Kandidaten ist noch zu wenig. Und die zweite Baustelle heißt Altenbach. Dass es nicht gelungen ist, dort alle vier Plätze zu besetzen, ist ein Schönheitsfehler. Es offenbart das strukturelle Dilemma der CDU in Altenbach, eingekeilt zwischen Grünen und Freien Wählern, beide stärker. Die Partei kann von Glück sagen, dass der engagierte Karl Reidinger trotz seiner 68 Jahre bereit ist, vor Ort nochmals den Karren zu ziehen.

Bei allem Neubeginn kommt es eben auf den Mix an. Der CDU-Liste ist er ganz gut gelungen.