Schriesheim

Schriesheim Drittes Orgelkonzert in der evangelischen Kirche endet mit überraschender Auszeichnung

Weinstadt jetzt Teil der Deutschen Orgelstraße

Das dritte und letzte Orgelkonzert der Reihe in der evangelischen Kirche Schriesheim war gerade verklungen, da gab es noch einen festlichen Schlussakkord: Orgelbauer Wolfgang Brommer überreichte der evangelischen Kirchengemeinde Schriesheim eine Urkunde, die sie und ihre Orgel in die „Deutsche Orgelstraße“ aufnimmt.

Brommer selbst hat das Projekt ins Leben gerufen und will damit vor allem junge Menschen für den Klang der Orgel begeistern. „Die Orgel kann nicht zu den Menschen kommen, und so müssen die Menschen zur Orgel hingeführt werden“, erläuterte er in seiner Laudatio das Projekt. Ziel sei es, die einzelnen Orgelstraßen zu einer gemeinsamen europäischen verschmelzen zu lassen und ein transnationales Netzwerk zu bilden. Die Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Franziska Mersi, und Pfarrer Kieren Jäschke nahmen die Urkunde entgegen. „Das ist auch ein ganz großer Verdienst unseres Kantors“, wandte sich der Pfarrer an den Organisten Martin Fitzer: „Das alles wäre ohne ihn nicht möglich gewesen.“

Für das vorausgegangene Konzert hatte Martin Fitzer weniger gespielte und bekannte Werke von Johann Sebastian Bach und Josef Rheinberger ausgewählt, um es mit Percy Whitlock „very british“ ausklingen zu lassen. Es waren alles Werke, die die ganze dynamische und klangfarbliche Bandbreite der Orgel zum Tragen brachten, von temperamentvoll bis graziös und verspielt. Die Sonate Nr. 8 in Moll des in Vaduz geborenen Komponisten Josef Rheinberger verleitete mit seinen einschmeichelnden und romantischen Passagen zum Dahinträumen. Die Sonate beinhaltet einmal eine Vielzahl von musikalischen Farben, zarten Melodienbögen und einer geschmeidig eleganten Virtuosität, hat aber auch Passsagen, die durch Mark und Bein gehen. Schließlich wurde es mit Whitlock „very British“ . Als der letzte Akkord verklungen war, brach ein großer Applaus in der Kirche aus. Der Beifall galt nicht nur dem grandiosen Organisten, sondern auch der „Königin der Instrumente“. greg