Schriesheim

Schriesheim Michael Mittelstädt, Fraktionschef und Spitzenkandidat der CDU, präsentiert Ziele seiner Partei für die Kommunalwahl

Wirtschaft soll Chefsache sein

Archivartikel

Spitzenkandidat der CDU Schriesheim ist Michael Mittelstädt. Der IT-Bereichsleiter ist seit 13 Jahren Stadtrat, seit sechs Jahren Fraktionsvorsitzender und seit drei Jahren stellvertretender Bürgermeister. Für den 48-Jährigen ist es die zweite Gemeinderatswahl auf Platz 1 der CDU-Liste. Im Gespräch mit dem „MM“ in seinem Haus im Gewerbegebiet stellt er das Wahlprogramm seiner Partei vor, das eine 22-seitige Broschüre füllt und unter dem Motto „Unser Schriesheim. Zusammen für alle Generationen“ steht.

Bildung: Die CDU steht fest zur Sanierung des Gymnasiums. „Dabei dürfen wir die Realschule und die Grundschule nicht vergessen“, heißt es im Wahlprogramm: „Wir setzen uns dafür ein, dass das gesamte Schulzentrum gestärkt und die Sanierung des Gymnasiums im finanziell möglichen Rahmen bleibt.“

Wirtschaftsförderung: Die CDU fordert mehr Anstrengung der Verwaltung, um die Unternehmen in Schriesheim zu halten. „Wirtschaftsförderung muss Chefsache sein“, meint Mittelstädt. Die CDU schlägt regelmäßige Unternehmertreffen vor, um auftretende Probleme frühzeitig zu erkennen und ein Netzwerk zu schaffen, das auch dem Fachkräftemangel entgegenwirken kann. Was die Einkaufssituation angeht, so fordert die CDU einen Ausbau des bestehenden Wochenmarktes.

Verkehr: „Der Radweg von Schriesheim nach Altenbach ist unumgänglich“, heißt es im Wahlprogramm. Bei der Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs der RNV fordert die CDU einen neuen Kostenschlüssel, also die Abkehr von der gegenwärtigen Basierung auf Nutzungskilometern. Die dadurch freiwerdenden Mittel sollen zweckgebunden für den Ausbau der Infrastruktur in Schriesheim verwendet werden.

Jugend: Die CDU unterstützt den Wunsch vieler Jugendlichen nach einer Halfpipe für Skater. Allerdings sollte diese nicht nur durch die Stadt, sondern auch über Fördergelder und Spenden finanziert werden.

Ehrenamt/Vereine: Die CDU fordert die Bereitstellung eines Vereinskoordinators durch die Verwaltung, der den Vereinen halbtags im Rathaus zur Verfügung steht. Die Kosten dafür sollen sich die Vereine teilen, die Stadt das Büro und die sonstige Infrastruktur stellen. Nachdem Nebenzimmer von Gaststätten kaum noch zur Verfügung stehen, soll die Stadt den Vereinen für ihre Sitzungen und Versammlungen einen Raum kostenlos bereitstellen. Überregulierungen für Veranstaltungen, die die Arbeit der Vereine behindern, sollen abgebaut werden.

Veranstaltungen: Die CDU schlägt die Aufstellung von Schildern an den Ortseingängen vor, die über aktuelle Veranstaltungen in der Stadt Auskunft geben. Sie sollen von den Vereinen gegen geringe Gebühr gemietet werden können. Der Weihnachtsmarkt soll nicht mehr auf dem Festplatz, sondern rund um den Brunnen in der Heidelberger Straße/Ecke Kirchstraße stattfinden. Das Konzept des Mathaisemarktes muss nach Ansicht der CDU überarbeitet werden – sowohl, um ihn mit seinem Programm zukunftsfähig zu halten, als auch, um „die Kosten nicht unkontrolliert steigen zu lassen“.

Stadtentwicklung: Die CDU unterstützt die in der Diskussion befindliche Erschließung eines Neubaugebietes südlich des Schlittweges – unter zwei Bedingungen: „Wenn es die Wohnungssituation in Schriesheim verbessert und es sich für die Stadt finanziell darstellen lässt.“ Die Planung eines solchen Baugebietes müsse zudem „im Einklang mit allen Beteiligten“ erfolgen – Grundstücksbesitzern und Landwirten, Investoren und Gemeinderat.

Umwelt: Zum umstrittensten Thema in diesem Bereich, der Windkraft, finden sich im Programm keine Angaben. „Ich sehe Windkraftanlagen auf der Schriesheimer Gemarkung auf Grund unserer Funktion als Nacherholungsgebiet sehr kritisch“, betont Mittelstädt auf Nachfrage des „MM“: „Und dies sowohl ökologisch als auch ökonomisch.“