Schriesheim

Schriesheim Grünen-Hauptversammlung zieht Wahlkampf-Bilanz / Distanzierung von der AfD

„Wollen Zweifler gewinnen“

Fast 30 Mitglieder kamen zur Hauptversammlung der Grünen Liste Schriesheim und sorgten beim Vorsitzenden Robert Hasenkopf für Freude: „Das zeigt die ganze Power der Grünen Liste.“ Auch Vorsitzende Dagmar Wenger zeigte sich erfreut, dass so viel junge und alte Menschen da waren: „Der Nachwuchs ist gesichert.“ Sie erinnerte an den „Zeitfresser Ehrenamt“ und dankte allen, „ohne das Engagement von euch wären wir aufgeschmissen.“

Zu den aktuellen Themen im Gemeinderat referierte Hasenkopf über die Sanierung des Gymnasiums, „bei der wir Bedenken haben, dass die Stadt das finanziell stemmen kann.“ Weiter ging es mit dem Umzug des Kindergartens, dem Sanierungsgebiet Talstraße, der Sanierung von Gebäuden sowie der Digitalisierung. Im Gemeinderat hätte die Fraktion dieses Jahr vier Anträge zur Vereinsunterstützung, zur Einführung des Bürgertages, zur bienenfreundlichen Stadt sowie zur Einführung eines Arbeitskreises Artenvielfalt und Klimaschutz gestellt. Hasenkopf distanzierte sich auch ganz klar von der AfD und schnitt mit dem bezahlbaren Wohnraum noch ein „anderes großes Thema“ an.

Beiträge werden erhöht

„Wir wollen die Zweifler gewinnen“, sagte Margrit Liedloff von der Arbeitsgruppe Demokratie und Bürgerbeteiligung: „Man kann statt eine falsche zu Partei wählen, sich aktiv bei uns einbringen.“ Jan Wölfer von der Arbeitsgruppe Wohnen sprach von viel ungenutztem Wohnraum in Schriesheim sowie einer Kampagne, Vermieter und Mieter zusammen zu bringen: „Wir hatten vier Gesuche“, jedoch fanden sich keine Angebote: Er will die Kampagne nächstes Jahr nochmals wiederholen.

Ebenfalls Aktionen für nächstes Jahr plant die Arbeitsgruppe Plastik, wie deren Sprecherin Karin Richter ausführte: „Wir wollen an den Einzelhandel gehen.“ Wortmeldungen gab es auch zu den Arbeitsgruppen Kultur, Bienen, Social Media und von der jüngsten Gruppe, die sich mit der Digitalisierung beschäftigt.

„Seit 1980 hatten wir immer das beste Ergebnis“, wie Christian Wolf in der Wahlnachlese berichtete: „Wir haben immer zugelegt, das ist eine einmalige Erfolgsgeschichte.“ Die Grüne Liste stelle auch drei Stimmenkönige, und selbst der Letzte auf der Liste hätte noch mehr als 1000 Stimmen bekommen, so Wolf.

Die Abstimmung zur Satzungsänderung zur Einladung per E-Mail verlief unproblematisch, nicht aber die geplante Änderung der Beitragshöhe: Der Vorstand hatte eine Erhöhung von 24 auf 30 Euro vorgeschlagen. „Das ist heftig“, war zu hören. Spaßeshalber wurde die Erhöhung auf 36, 48 und gar 60 Euro vorgeschlagen. Eine Wortmeldung über die Verhältnismäßigkeit bei sozial schwachen Mitgliedern wurde von der Versammlung ignoriert und die Erhöhung mit 36 Euro beschlossen.

Großzügig zeigte sich auch Wenger, die mit zahlreichen Geschenken und Aufmerksamkeiten ihre Unterstützer und Helfer bedachte: „Ich komme mir vor wie der Nikolaus.“ Von ihr geehrt wurden auch die zwei „Urgesteine“ Christian Wolf und Robert Hasenkopf für ihre 35- und 30-jährige Mitarbeit in der Fraktion: „Ihr brennt, um etwas zu verändern. Und ihr habt das Herz am richtigen Fleck“, so Wenger in ihrer Laudatio. Musikalisch ging die Ehrung und die Hauptversammlung mit dem „Applaus, Applaus“ der Sportsfreunde Stiller zu Ende, doch bei der mangelnden Sangesfreude der Grünen Liste kamen Ideen auf, eine Arbeitsgruppe Musik ins Leben zu rufen und nächstes Jahr Bericht erstatten zu lassen. dle