Schriesheim

Schriesheim Sonja Althoff neue Leiterin der Volkshochschule / Frank Röger wechselt nach 18 Jahren ins Rathaus Dosssenheim

Zäsur in der Geschichte der VHS

Archivartikel

„Heute ist ein besonderer Tag für unsere Volkshochschule“, bekennt Hansjörg Höfer. Denn der Bürgermeister der Weinstadt ist ins VHS-Haus gekommen, um die neue Leiterin dieser Einrichtung vorzustellen: Sonja Althoff folgt auf Frank Röger, der nach 18 Jahren als Ratschreiber nach Dossenheim wechselt. „Eine Ära geht zu Ende“, bekennt Höfer.

„Überhaupt war 2018 personalpolitisch für die Stadtverwaltung ein stressiges Jahr“, weiß Hauptamtsleiter Edwin Schmitt. Denn neben der Leitung der VHS war auch seine eigene Nachfolge und die Spitze des Ordnungsamtes neu zu besetzen. Und damit hängt auch der Wechsel in der VHS zusammen.

Wunsch nach Veränderung

Denn nach 18 Jahren hatte Frank Röger seit längerem den Wunsch, sich zu verändern: „Die Arbeit hier hat mir Spaß gemacht“, versichert er: „Doch man möchte auch mal weiterkommen, und allmählich läuft die Zeit.“ Da er jedoch bei den jüngsten Neubesetzungen in der Verwaltung seiner Heimatstadt nicht zum Zuge kam, bewarb er sich als Ratsschreiber in der Nachbargemeinde Dossenheim – und wurde genommen: „Früher hätte ich mir nie vorstellen können, Schriesheim zu verlassen.“

Am 1. November tritt Röger in Dossenheim seinen Dienst an, was dazu führte, dass inmitten der Sommerferien plötzlich die Leitung der VHS neu zu besetzen war. „Doch die VHS liegt uns eben am Herzen“, bekennt Höfer. So wurde die Stelle umgehend ausgeschrieben und zu ihrer Besetzung vom Gemeinderat ein Auswahlgremium gebildet.

Rund 20 Interessenten meldeten sich – was zeigt, wie attraktiv die Stelle ist. Elf wurden zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, und am Ende machte Sonja Althoff das Rennen. Seit 3. September ist sie im Dienst und wird von Frank Röger eingelernt, bis dieser am 30. Oktober die VHS endgültig verlässt. „Es ist ein Glücksfall, dass wir so schnell eine qualifizierte Nachfolge sicherstellen konnten“, meint Schmitt erleichtert.

Die 49-Jährige ist Volljuristin und hat eine Zulassung als Rechtsanwältin, arbeitete jedoch nicht in diesem Beruf, sondern übernahm bei der Gesellschaft für Wirtschaftsinformation in München Redaktion und Projektmanagement in Verlagsbereich „Sekretariat“. Später wechselte sie zum Springer-Verlag nach Wiesbaden, konzipierte dort Kongresse, Seminare, Weiterbildungen und Fernlehrgänge für Assistentinnen und Sekretärinnen. „Auf diese Weise bin ich in den Bereich der Weiter- und damit der Erwachsenenbildung hineingewachsen“, erläutert sie. Und als sie die Stellenausschreibung für die VHS gelesen hat, da sah sie darin eine Möglichkeit, diesen Weg weiterzugehen. „Auch wenn eine Volkshochschule weniger im beruflichen als für den privaten Bereich wirkt.“

Herausforderungen stehen an

Wo sieht sie ihre künftige Aufgabe? In der Arbeit werde der Onlinebereich sicher eine größere Bedeutung bekommen, ahnt sie. Inhaltlich will sie erst mal sehen, wie es derzeit so läuft: „Schwerpunkt sollte das sein, was von den Nutzern gewünscht wird“, lautet ihr Credo.

Eine Herausforderung ganz anderer Art wird gegen Ende des Jahres auf die neue Leiterin zukommen. Wie der Bürgermeister ankündigte, wird zu diesem Zeitpunkt an der Ostseite des VHS-Hauses der Bau des Rettungsturms mit dem zweiten Fluchtweg in Form eines Stahlgerüstes beginnen. „Bis Mathaisemarkt“, so Höfer, „soll alles fertig sein.“