Schriesheim

Schriesheim Weinprämierung im Zehntkeller als letzter traditioneller Programmpunkt, der an diesem Mathaisemarkt stattfindet

„Zukunft des Weinbaus ist gesichert“

Archivartikel

„Dieser 441. Mathaisemarkt wird mit Sicherheit in die Annalen der Stadtgeschichte eingehen, doch stolz bin ich darauf nicht“, begrüßte Hansjörg Höfer die Gäste im Zehntkeller, die zur Weinprämierung gekommen waren. Der Rathaus-Chef eröffnete den Besuchern, dass mit diesem Abend das beliebte Volksfest beendet sei: „Jetzt steht der 442. Mathaisemarkt vor der Tür. Und dann sprechen alle nur noch übers Wetter.“

Doch an diesem Abend stand der Wein im Mittelpunkt. Die Gewinner der Weinprämierung stammten bon der Hessischen und der Badischen Bergstraße. Der Ehrenpreis für die Hessen ging an das Weingut Freiberger in Heppenheim, das in der vierten Generation im Familienbesitz bewirtschaftet wird und eine Größe von rund 16 Hektar Fläche umfasst.

Für seine Weine erhielt der sympathische Jungwinzer Max Jäck einen dritten Preis. Neben dem Weinbau mit einer Größe von dreieinhalb Hektar bewirtschaftet er noch weitere zehn Hektar im Obstanbau.

Der zweite Preis ging an das Weingut von Georg Bielig, der sich als „graue Eminenz“ bezeichnete. Das 1994 gegründete Weingut hat eine Rebfläche von vier Hektar und einen Hektar, auf dem pilzresistente Reben stehen. 28 Sorten werden von ihm angebaut, aus denen 34 verschiedene Weinsorten gekeltert werden: „Man muss an keinem Tag im Monat den selben Wein trinken.“

Der erste Preis ging an die Winzergenossenschaft eG Schriesheim. Den Preis nahm der Geschäftsführer Harald Weiss entgegen. Dabei nahm er die Gelegenheit wahr, Werbung für das 90-jährige WG-Bestehen zu machen: „Es wird einen Rotwein in einer Sonderabfüllung geben und dazu ein eigens kreiertes Etikett“.

Weingut Raffl als Sieger

Gewinner des Ehrenpreises und damit Sieger der traditionellen Mathaisemarkt-Weinprämierung 2020 für die Badische Bergstraße wurde das Weinheimer Weingut Raffl. Es bewirtschaftet eine Rebfläche von 7,5 Hektar und produziert 29 verschiedene Weine.

Seit etlichen Jahren bietet die Kurpfalz-Realschule in Schriesheim eine Weinbau-Ah an, um der Jugend den Weinbau näher zu bringen. Dafür erhielten die Schüler den Sonderpreis, den Konrektor Michael Schneider in Vertretung seiner Schüler entgegennahm. Er berichtete, dass es sich hierbei um eine Fläche von elf Ar handelt, und er betonte, dass seine Ag immer auf eine gute Qualität geachtet habe. Auf die Höfers Frage hin, wie es mit der Ag weitergehe, wenn er jetzt in Rente gehe, antwortete er, dass, bis ein Nachfolger gefunden sei, er als externer Berater zur Verfügung stünde.

In ihren Grußworten drückte Weinkönigin Sofia Hartmann ihre Freude aus, dass trotz Corona doch so viele in den Zehntkeller zur Weinprämierung gekommen seien: „Das zeigt doch den Zusammenhalt“. Sie sprach auch großes Lob an alle Winzer aus und besonders an die Schüler der Wein-Ag für ihr Engagement, im Weinbau zu arbeiten. „Das zeigt, dass die Zukunft des Weinbaus in Schriesheim weiter gesichert ist“.

Im Anschluss gehörte die Bühne der „Garden Party“. Und Sänger Klaus Schenk sorgte für gute Laune.