Schriesheim

Schriesheim Ortskern kommt ins Sanierungsprogramm

Zwei Millionen Euro für die Talstraße

„Wir sind ins Landessanierungsprogramm aufgenommen worden!“ Mit sichtlichem Stolz verkündete Bauamts-Mitarbeiterin Beate Kreis die Nachricht in der jüngsten Gemeinderatssitzung: Im März kam die Botschaft vom Regierungspräsidium.

Verbunden ist dies mit einem warmen Regen für alle, die sich im Sanierungsgebiet „Talstraße“ zu einer Renovierung entschließen. 1,2 Millionen Euro stellt das Land zur Verfügung. Hinzu kommen weitere 800 000 Euro von der Stadt. „Bei der Antragstellung hat sich die Stadt verpflichtet, einen prozentualen Eigenanteil zur Fördersumme zu leisten“, erklärte Kreis im „MM“-Gespräch. Macht also einen Förderrahmen von insgesamt zwei Millionen Euro.

Pro Objekt 20 000 Euro Obergrenze

Festgelegt wurde in der Ratssitzung zudem eine Obergrenze für einzelne Maßnahmen. Während sie im Sanierungsgebiet „Ladenburger Straße/ B3“ noch bei 15 000 Euro lag, wurde sie für die Talstraße wegen gestiegener Baukosten auf 20 000 Euro angehoben. Ein Schritt, für den Bürgermeister Hansjörg Höfer Verständnis hatte: „Wir als Stadt merken ja auch, dass das alles teurer geworden ist.“

CDU-Stadtrat Frank Spingel nickte und bemerkte, es biete sich an, die Fördermodalitäten anderer Sanierungsgebiete zu übernehmen. Der Fraktionschef der Freien Wähler, Heinz Kimmel, sah am Ende eine Aufwertung „nicht nur der Talstraße, sondern des ganzen Stadtgebietes“. Gabriele Mohr-Nassauer (SPD) hofft auch angesichts gut besuchter Info-Veranstaltungen, auf „reges Interesse“ seitens der Eigentümer. Im Hinblick auf die kostenträchtige Schul-Sanierung bemerkte sie spitz: „Es ist ein schönes Zeichen, dass es nicht nur Gelder für das Schulzentrum gibt.“ Dass die Verwaltung laut Vorlage plant, „gestalterische Vorgaben zu entwickeln“, befürwortete Wolfgang Renkenberger (FDP): „Wir haben gute Erfahrungen mit anderen Sanierungsgebieten gemacht.“

Wolfgang Fremgen (Grüne Liste) freute sich über die Schaffung und Erhaltung von Wohnraum, erinnerte aber auch an eine alte, „grüne“ Forderung, in der Straße eine 20-er-Zone einzurichten. Zudem fragte er nach, was aus dem Plan geworden sei, am Eiscafé „Ferrario“ einen Fußgänger-Überweg zu schaffen.

„Wir müssen abwarten“, erwiderte Höfer, „wie das Straßenverkehrsamt zu einer Dreißigerzone steht.“ Zur Forderung nach Tempo 20 äußerte er sich nicht. Zum Thema Wohnraum bemerkte er: „Hier haben wir die Möglichkeit, ein Wohngebiet zu etablieren, in dem man auch die Mieten bezahlen kann.“ Heute erläutern Vertreter der Stadt vor der Presse im Rathaus Einzelheiten des Sanierungsprogramms.