Schriesheim

Schriesheim Traditioneller Waldputz der Grünen in Altenbach

Zwischen dem Unrat auch Matratze und Schlitten

Archivartikel

„Der Müll wird nicht weniger“, kommentiert Martin Stauder, Mitinitiator der jährlichen Frühjahrsputzaktion im Wald und in den Wiesen von Altenbach, die Ausbeute von rund zwei Stunden Putzaktion. 20 Altenbacher Bürger, darunter auch Jugendliche der örtlichen Grundschule, machen sich bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen auf die Suche nach dem Wohlstandsmüll – und sie werden schnell, ja viel zu schnell fündig.

Als gutes Beispiel für seine Schüler bedient sich auch ihr Lehrer Martin Wörner der Greifzange, streift mit ihnen durch die Büsche und füllt Sack um Sack mit Unrat. Die Ausbeute der Mannschaft, die sich aufgeteilt in zwei Gruppen mit Greifzange, Schaufel und Eimer durch Wald, Wiese und Gebüsch rund um die Gemeinde Altenbach schlagen, ist ansehnlich – wenn auch nicht im positiven Sinne dieses Wortes.

Zwei Stunden in Feld und Flur

Bei ihrer etwa zwei Stunden dauernden Putzaktion können die Mülldetektive, allen voran Christian Wolf, der Fraktionsvorsitzende der Grünen Liste in Schriesheim und in Altenbach, einen ganzen Traktoranhänger mit achtlos in den Wald geworfenem Schrott füllen – und das, obwohl diese Putzaktion jedes Jahr organisiert und durchgeführt wird.

Was die fleißigen Teilnehmer in knapp zwei Stunden wieder ans Tageslicht befördern, das ist nicht gerade wenig und füllt den Anhänger eines Traktors. Akribisch durchforstet wird das Gebiet um den Bärsbacher Weg und natürlich die Kipp, wo – wie vorherzusehen – um den Parkplatz der meiste Müll abgeladen wird.

Entsorgt und daher gefunden werden auch Haushaltsgeräte, Stühle, Holz und Unmengen von zerbrochenen Flaschen. Nach dem langen und kalten Winter mit Schneefällen hat ein Wintersportler auch einfach seinen Schlitten auf der Höhe entsorgt. „Wahrscheinlich war er zu bequem, ihn wieder mit nach Hause zu nehmen, und kauft sich lieber im nächsten Winter einen neuen.“

Mitten im Unterholz finden die Helfer auch eine Matratze. Ob dort jemand seine Wohnstatt eingerichtet hat, das kann nicht eruiert werden. Falls der Zeitgenosse aber an diesem Abend müde zu seiner Schlafstätte zurückkehren sollte – er würde nichts mehr vorfinden.

Nach gut zwei Stunden sind alle Reste menschlicher Zivilisation auf dem Anhänger des Traktors verladen und zur Sammelstelle am Schulhof gebracht, wo ein Fahrzeug der Abfallwirtschaft steht, der den gesamten Müll ordentlich entsorgt. Als Dankeschön darf sich jedes Kind in der Kegelstube ein Eis holen. greg