Seckenheim

Seckenheim Sperrung der Rastatter Straße wegen Baukran nochmals verlängert / Neue Buslinie muss Umweg fahren

Öffnung nun für August geplant

Die Sperrung der Rastatter Straße im Ortskern von Seckenheim soll nunmehr im August aufgehoben werden. Dies hat die Stadt Mannheim jetzt mitgeteilt. Nach mehreren genehmigten Verlängerungen war der letzte angekündigte Abschlusstermin für die private Baumaßnahme in der „ersten Maiwoche“ ohne Änderung der Situation verstrichen.

Wegen des privaten Bauvorhabens ist die Rastatter Straße an der Kreuzung zur Hauptstraße seit Mitte September 2017 gesperrt. Für die Anwohner bedeutet dies massive Belastungen; da die Müllfahrzeuge nicht mehr in die Straße einfahren, sind sie gezwungen, ihre Mülltonnen am Ende der Straße aufzustellen. Vor allem für Ältere ist es kaum zu bewältigen, die schweren, weil dann vollen Tonnen über Dutzende von Metern hinweg zu ziehen.

Auch die lange Dauer dieses Zustandes ärgert die Anwohner massiv. Zunächst war der Abschluss der Maßnahme für Ende 2017 angekündigt. Doch noch im April 2018 war kein Ende in Sicht. Als sich Anwohner Andreas Hänssler darüber beschwerte, kündigte Klaus Eberle, Leiter des städtischen Fachbereichs Sicherheit und Ordnung, den Abbau des Krans mit Aufhebung der Sperrung „für Ende April, spätestens Ende der ersten Maiwoche“ an.

Die Wochen gingen ins Land, ohne dass sich etwas tat. Anwohner Hänssler wurde erneut aktiv: „Es gibt keinerlei Anzeichen für einen Abbau“, protestierte er am 23. Mai bei Amtschef Eberle: „Die Baustelle lässt kaum Fortschritte erkennen.“

„Wir sind der Auffassung, dass eine weitere stationäre Vollsperrung unverhältnismäßig wäre und der Bürgerschaft nicht noch viel länger zugemutet werden kann“, antwortete Eberle. Die Stadt bestellte daher den Bauherrn und den Bauleiter für 25. Mai in die Behörde ein, „um ihn über die beabsichtigten behördlichen Maßnahmen zu informieren.“

Und was kam dabei heraus? „Es fand ein Termin mit dem Bauherrn statt, in dem die Standpunkte und Grenzen klar und deutlich aufgezeigt worden sind“, schreibt Eberle in dieser Woche auf Anfrage des „MM“. Dabei habe der Bauherr einen Bauzeitenplan vorgelegt: „Auf dessen Grundlage mussten wir entscheiden, die Zeitspanne der Kranaufstellung und der Vollsperrung noch einmal bis Anfang August zu verlängern“, erklärt der Amtschef.

Keine Alternativen zum Kran

„Die Prüfung von Alternativen ergab keine realisierbare Maßnahme“, begründet Eberle. Ein mobiler Kran in der Rastatter Straße hätte nicht den nötigen Ausleger zur Baustelle; und das Aufstellen des Krans direkt in der Hauptstraße würde dazu führen, dass die Straßenbahn nicht mehr fahren könnte: „Das wäre unverhältnismäßig für die Allgemeinheit.“

Und was sind überhaupt die Gründe für die Verzögerung? Entgegen ursprünglicher Planung musste der Keller aus statischen Gründen doch durch einen Neubau ersetzt werden – mit der Folge, dass „die eigentliche Bebauung erst zum jetzigen Zeitpunkt erfolgen kann.“ Das Stellen des Krans wäre laut Eberle also erst viel später notwendig gewesen, „wenn diese Hintergründe bekannt gewesen wären.“

„Diese Nachricht ist für mich untragbar“, klagt Anwohner Hänssler. Er fordert daher, für die restliche Zeit die Müllentsorgung der Anwohner auf Kosten des Bauherrn zu organisieren: „Sie lassen sich ja auch diese Sperrung bezahlen“, schrieb er der Stadt erbost: „Was passiert mit den Gebühren?“ Zudem müsse das absolute Halteverbot, das gerade verhängt und durch bauliche Maßnahmen umgesetzt wurde, bis zum Ende der Sperrung ausgesetzt werden.

Dieses Parkverbot wurde verhängt, da eigentlich ab 11. Juni die Busse durch die Rastatter Straße fahren sollten. Das können sie nun ja nicht. „Betroffen sind die Linien 42 und 46“, erläutert René Weintz von der Öffentlichkeitsarbeit der RNV: „Bis zum Ende der Sperrung fahren sie über die Badener Straße.“

Für den Bauherrn selbst haben die Probleme der Anwohner und RNV-Kunden keine finanziellen Folgen. „Regressansprüche“, so Klaus Eberle, „sehen wir derzeit nicht.“