Seckenheim

Seckenheim Würdiger Platz für den „Auferstandenen“ gesucht

Österlicher Gast in Kirche

Archivartikel

Ostern wird heutzutage von vielen mit Eiern, Hasen und Geschenken in Verbindung gebracht. Ostern ist aber weit mehr, es ist das höchste Fest der Christenheit, verbunden mit der Wandlung vom Tod zum Leben als zentraler Botschaft des christlichen Glaubens. Mit der Auferstehung Jesu eröffnete sich ein neuer Weg, der auch in Kultur und Kunst seinen Ausdruck findet.

Der „Auferstandene“ in der St. Aegidius Kirche Seckenheim stammt noch aus dem Gotteshaus, das nach den Plänen des Mannheimer Schlossbaumeisters Sigismund Zeller 1738 eingeweiht wurde. „Die Figur ist aus künstlerischem Blickwinkel betrachtet vermutlich nicht außergewöhnlich, aber sie hat eine interessante Geschichte“, erzählt Diakon Winfried Trinkaus.

Die heutige Aegiduis-Kirche ist das fünfte Gotteshaus, das „super fluvium Nechhar“, also über dem Fluss Neckar, immer an gleicher Stelle erbaut wurde. Die dritte Aegidius-Kirche aus dem Jahr 1738 wurde als Simultankirche genutzt, unter „Vortritt der Katholiken“, wie dazu in einer Festschrift heißt. Nach dem Auszug der Evangelischen im Jahr 1869, wurde die wertvolle barocke Inneneinrichtung ausgeräumt und bis auf kleine Reste verkauft. Nur elf barocke Plastiken blieben in der Pfarrscheuer zurück. Neben sechs Putten und den vier Evangelisten zählte auch der auferstandene Christus dazu.

Nach der Renovierung der inzwischen fünften Aegiduis-Kirche 2006, fand man zunächst keinen geeigneten Platz mehr für die Figuren. Als „Zwischenlösung“ darf der Auferstandene jetzt zwischen Ostern und Christi Himmelfahrt sein Haupt seitlich im Altarraum erheben. Die weiß lackierte Holzfigur mit den vier Wundmalen weist mit der einen Hand zum Himmel und damit zum Vater. In der anderen hält sie eine Fahne als Sieg des Lebens über den Tod. „Wir sind weiterhin bemüht, einen würdigen Platz für den Auferstandenen und die vier Evangelisten in der Kirche zu finden“, betont Diakon Trinkaus. Bis dahin bleibt der spätbarocke Jesus österlicher Gast in der Kirche. fer