Seckenheim

Geschichte Trägerverein des Heimatmuseums kann auf ein Vierteljahrhundert zurückblicken

Als die bäuerliche Lebenswelt noch in ihrer Blüte stand

Archivartikel

Mal war der Wasserturm im Gespräch, mal das Verwaltungsgebäude der Lackfabrik, mal die Waaghalle. Letztendlich „landete“ das Seckenheimer Heimatmuseum dort, wo es hingehört: in einem ortstypischen Bauernhof.

Es gab viele Vorüberlegungen, bis am 31. August 1993 von geschichtsinteressierten und heimatbewussten Seckenheimern der Verein „Heimatmuseum Seckenheim e.V.“ gegründet wurde. Der Zweck des Vereins war laut Satzung „die Förderung der ortsgeschichtlichen Kenntnisse in Forschung und Brauchtum sowie die Sammlung der materiellen Überlieferungen Seckenheims“.

Der erste Vorstand mit Werner Bordne als Vorsitzendem, Hansjörg Probst und Lothar Boos als Stellvertretern, Sabine Schneider als Kassen- und Jutta Blümmel als Schriftführerin wurde von mehr als 50 Gründungsmitgliedern gewählt.

Obwohl zunächst noch keine Lokalität vorhanden war, stießen die Veranstaltungen und die Sammeltätigkeit des Vereins auf großes Echo. Dem damaligen Vorsitzenden und unermüdlich engagierten Chef der Seckenheimer Vereins-IG, Werner Bordne, gelang es 1995, die schwerste Hürde zu nehmen und in der Kloppenheimer Straße 20, der früheren „Ewwagass“, für ein Museum Räume in einem Original-Bauernhof auf Erbpacht zu ergattern.

Nach vielfältig notwendigen, teilweise auch statisch erforderlichen Arbeiten, die mit Fachbegleitung überwiegend von einem betriebsamen Handwerkerteam ausgeführt wurden, das auch heute noch regelmäßig tätig ist, war auch noch eine Brandmeldeanlage zu installieren.

170 Jahre altes Gehöft als Domizil

Das rund 170 Jahre alte Gehöft umfasst eine ganze Hofreite mit dem Wohnhaus, den Ställen, den Remisen, einem großen Gewölbekeller und seitlichen, mehrgeschossigen Schuppen samt Altenteil. Da die einst dazu gehörende riesengroße, quer stehende Scheuer als Wohnhaus ausgebaut ist, wurde die Verbindung der beiden Flügel durch einen scheunenartigen Querbau aus Originalmaterial hergestellt.

So erhielt man über 1000 Quadratmeter Fläche, ausgestattet, so Hansjörg Probst bei der Einweihung, wie in „der Zeit, als die bäuerliche Lebenswelt noch in Blüte stand“. Am 20. Mai 2000 wurden die Museumsräume eröffnet und der Mehrzwecksaal eingeweiht. Schon damals staunten die Seckenheimer und auch die Fachwelt nicht schlecht, was da auf drei Geschossen rund um den Hof als nahezu perfektes Bild vergangener Tage gezeigt wurde.

Bürgerschaftliches Engagement

„Ihr Verein ist ein überzeugendes Vorbild für herausragendes bürgerschaftliches Engagement“, lobte Mannheims Kulturbürgermeister Michael Grötsch im Jahre 2010 bei der Übergabe der Ehrung „Aktiv für Seckenheim“ durch die Interessengemeinschaft der Vereine: „Sie haben eine ständige Ausstellung geschaffen, die einerseits eine bestimmte Zeit festhält, die aber andererseits genügend Raum lässt, neben der Ergänzung der Exponate thematische Ausstellungen zu zeigen“.

Tatsächlich konnten eine ausgeliehene Kutsche aus der Sammlung des Bauunternehmers Heinz Scheidel, ein Raum zur lokalen Bankgeschichte und gerade kürzlich diverse Werkstätten im Dachgeschoss des Wohnhauses eingerichtet werden.

Weitere Aktivitäten waren Vorträgen zum Kriegsende, zum Jubiläum „1250 Jahre Seckenheim“, historische Kalender, die beliebten Weihnachtsausstellungen mit Dampfmaschinen oder die große Schau der Christbaumständer, der regelmäßige musikalische Frühschoppen, eine Ausstellung mit Werken des Malers Rudi Müllers, echte Honigproduktion, die Teilnahme an der Mannheimer Kinder-Agenda, zahllose Führungen für interessierte Gruppen, Schulklassen und Kindergärten, das beliebte Kerwe-Café bei Schreiner Senn oder früher die beliebten Kerwe-Ortsführungen mit Hansjörg Probst oder Werner Bordne.

„Mit diesem und vielem, vielem mehr haben wir uns in Seckenheim eingebracht“, resümiert Vorsitzende Traudl Gersbach, die wie ihr Vorgänger ebenfalls den Alfred-Blümmel-Ehrenorden erhielt: „Der Verein Heimatmuseum ist zu einer tragenden Säule im Ortsleben geworden.“

„25 Jahre“ können da nur eine Durchgangsstation sein, die mit viel Respekt und Dankbarkeit das ganze Jahr über gefeiert werden darf. Und wer die Arbeit des Heimatmuseums unterstützen möchte, ist als Mitglied gerne willkommen.