Seckenheim

Auf diesem Weg fortfahren

Archivartikel

In die Diskussion um die neuen Buslinien in Seckenheim kommt Bewegung: Die RNV zeigt sich gesprächsbereit – angesichts erster konkreter Erfahrungen und heftiger Kritik, aber auch konstruktiver Vorschläge aus der Bevölkerung. Probleme werden benannt und angegangen. Das ist gut. Ausreichend ist es nicht.

Dabei muss an etwas Banales erinnert werden. Wer Klimawandel stoppen, unsere Stadt nicht in Blechlawinen ersticken lassen will, der muss öffentlichen Nahverkehr massiv ausbauen. Damit dies gelingt, müssen Busse aber auch durch Wohngebiete fahren. Für Anwohner von Buslinien, die neu eingerichtet werden, ist dies subjektiv natürlich eine höchst unerfreuliche Zusatzbelastung.

Allerdings müssen diese Belastungen Einzelner zum Wohle des „großen Ganzen“ erträglich bleiben – und auch nachvollziehbar sein. Nicht nachvollziehbar aber ist etwa, wenn in einer Straße Lkw über 7,5 Tonnen verboten sind, nun aber Busse mit weit größerem Gewicht durchfahren. Denn die RNV hat ihr Versprechen, Midi-Busse einzusetzen, leider nicht gehalten; dadurch wurde Vertrauen ganz unnötig verspielt.

Bürger sind ebenfalls gefordert

Ihren Beitrag zur konkreten Lösung praktischer Probleme müssen aber auch Anwohner und Bürgerinitiative leisten. Nicht alle Äußerungen bei Begehungen oder Versammlungen haben in diesem Sinne weitergeführt. Wenn eine Anwohnerin beklagt, sie sei von der neuen Linienführung überrascht worden, „weil ich keine Zeitung lese“, dann verleiht dies ihrer Kritik an mangelnden Informationen von Seiten der RNV nicht gerade mehr Gewicht.

Die RNV wird in Seckenheim und auch an dieser Stelle bei Themen wie dem Kiosk auf den Planken hart angegangen – und dies zu Recht; doch in der Öffentlichkeitsarbeit für die neuen Linien hat sie nichts falsch gemacht. Sie hat bereits im Vorfeld ausführlich informiert, auch die Bezirksbeiräte in mehreren Sitzungen – und zwar so ausführlich, dass sogar Kritik aufkam, die Sachvorträge seien zu lang. Kein Kommunalpolitiker kann sagen, er habe die RNV-Planungen nicht gekannt.

Nun kommt es darauf an, dass Bürger und RNV, Verwaltung und Politik konkrete Lösungen finden – und vor allem anerkennen, dass auch die jeweils andere Seite für den Vorort nur das Beste will.