Seckenheim

Konversion Unterschiedliche Entwicklung der ehemaligen Kasernenflächen / Widerstand gegen Erschließung von Stem

Auf Hammonds geht es zügig voran

Archivartikel

Am Ende des Jahres blickt Martina Block zufrieden zurück. „Wir sind voll im Zeitplan“, sagt die Projektleiterin der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) für die ehemaligen Hammonds-Kasernen. Neun der zehn zum Abbruch vorgesehenen Gebäude sind schon weg. Erst ganz am Anfang dagegen steht die Konversion auf den Stem-Barracks entlang der Autobahn. Hier gibt es heftigen Widerstand der Anwohner.

Völlig geräuschlos beginnen dagegen im Frühjahr auf den Hammonds die Arbeiten zur „Baufeldfreimachung“, wie sie offiziell heißen. Zehn Gebäude müssen weichen, unter anderem die Sporthalle. Neun davon werden im Laufe des Jahres abgerissen. Der Abbruch des westlichen Mannschaftsgebäudes an der Hauptstraße soll ab Januar 2020 erfolgen. Fünf Bauwerke bleiben stehen, vor allem das unversehrt erhaltene ehemalige Stabsgebäude.

Danach, im Sommer 2020, erfolgt die Erschließung mit Verlegung der Leitungen, dann die Parzellierung der Baugrundstücke und deren Vermarktung. Die ersten der insgesamt rund tausend Neubürger sollen hier im Jahre 2022 einziehen können.

Eine Überraschung stellt im September Martina Blocks Ankündigung im Bezirksbeirat dar, wonach nun auch der Bund selbst hier Wohnraum schaffen will, vor allem für seine Bediensteten aus Bundespolizei und Zoll. „Auch ein Polizist muss sich eine Wohnung in der Stadt leisten können“, formuliert sie.

Von solchen Details ist das Projekt Stem-Barracks weit entfernt, das erst Ende 2018 aufschlägt – und auch gleich zu heftigen Protesten der Anwohner führt. Am 31. Januar 2019 treffen sich im Kindergarten Don Bosco vor allem Bewohner der Waldspitze und des Quartiers „Am Sandhang“. Das Treffen wird Keimzelle einer Bürgerinitiative, als deren Sprecher Volkmar Bauder fungiert, Sohn des bekannten Stadtrates.

Deren Ablehnung nimmt auch dadurch nicht ab, dass die Stadt ab dem Frühjahr einen neuen Schwerpunkt in die Planung einführt: Die sprichwörtlichen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagend, will sie hier den Bedarf der TSG Seckenheim nach einer größeren Sportstätte decken. Diese Überlegungen, die auch eine Bebauung der Otto-Bauder-Anlage vorsehen, nimmt der Sportausschuss des Gemeinderates am 11. April „zustimmend zur Kenntnis“.

Auch der Bezirksbeirat zeigt sich der Idee in seiner Sitzung am 24. Mai nicht abgeneigt – wohl aber einer Nutzung für Wohnungsbau. Die BI bleibt ablehnend, die Verwaltung macht sich dennoch an die Arbeit.

„Man ist gerade dabei, die Machbarkeitsstudie zu erstellen“, lautet die Auskunft des Baudezernates an den Bezirksbeirat im September. Eigentlich soll sie Ende des Jahres fertig sein, die Grundlage für das Baugenehmigungsverfahren bilden und Anfang 2020 dem Bezirksbeirat vorgestellt werden – „nicht nur vom Bau-, sondern auch vom Sportdezernat“. Damit scheint die Richtung klar: auch eine sportliche Nutzung.

Zum Thema