Seckenheim

Schriesheim Holzfigur auf dem Kreisel bewegt die Gemüter / Vorübergehendes Verschwinden löst besorgte Reaktionen aus

Bär war nur mal kurz weg

Mannheim-Seckenheim.Erneute Aufregung um den Seckenheimer Bären: Die kleine geschnitzte Holzfigur, die auf dem Kreisel am südlichen Ortseingang wacht, war für einige Tage verschwunden. Doch auf wundersame Weise ist sie seit kurzem wieder da.

Es war Jürgen Schnirch aus Neckarhausen, der die Sache öffentlich machte. „Der Holzbär ist verschwunden“, informierte der Leser den „MM“: „Wir vermissen ihn“, bekannten er und seine Frau Sibylle.

So wie ihm, erging esnatürlich auch vielen Seckenheimer Bürgern – ablesbar an der intensiven Diskussion auf Facebook, die sich zu diesem Thema entwickelte. Doch schon bald konnte in diesen Foren Entwarnung gegeben werden: Denn plötzlich war der Bär zurückgekehrt.

Schabernack zu Halloween?

Über die exakte Dauer seiner Abwesenheit gehen die Aussagen auseinander. Auch über die Ursache bestehen lediglich Spekulationen. War es ein Streich feucht-fröhlich Feiernder? Die zeitliche Nähe zur Halloween-Nacht ist jedenfalls auffallend.

Sicher ist jedoch, dass die Stadt nichts damit zu tun hat, auch wenn berichtet wird, dass ein Transporter des städtischen Bauhofes am Kreisel gesehen wurde. Doch dieser war erst am Montagmittag vor Ort; die Stadtarbeiter waren gekommen, um zwei schief stehende Verkehrsschilder zu reparieren. Zu diesem Zeitpunkt stand der Bär aber längst wieder.

Der Verdacht gegen die Stadt resultiert aber aus Erfahrungen vom Frühjahr. Damals hatte sie auf dem Kreisel einen 35 Jahre alten Ahorn-Baum gefällt. Es blieb ein Stumpf, aus dem ein unbekannter Künstler mit einer Kettensäge die Figur eines Bären gestaltete. Am 5. März wurde auch diese von der Stadt entfernt.

Protest gegen Entfernung

Bei den Bürgern führte dies zu einem Sturm der Entrüstung, auch auf der Facebookseite des „MM“. „Habe mich immer gefreut, wenn ich den Bären gesehen habe, der ist so süß“, so schrieb Irmgard Ochmann: „Hat die Stadt nichts Anderes zu tun? Der ganze Abfall, der da teilweise wochenlang im Gebüsch oder am Fahrbahnrand liegt, stört keinen.“ Auch Martina Barna empfand es als eine „Frechheit, so ein tolles Kunstwerk zu entfernen“. Gerade im Vergleich zu dem, was aus ihrer Sicht nötiger wäre: „Entlang der Straße liegt alles voller Müll, da räumt keiner auf.“

Angesichts der kochenden Volksseele konnte die Politik nicht untätig bleiben. Mehrere Kommunalpolitiker aus dem Stadtteil nahmen sich dieses Themas an. Der inzwischen verstorbene Stadtrat Ralph Waibel barg den Bären aus dem Bauhof der Stadt. Seine Kollegin Marianne Seitz unterstützte die Forderung, ihn wieder an alter Stelle zu platzieren.

Angesichts dessen musste sich auch das Rathaus einsichtig zeigen: „Aus Sicht der Stadtverwaltung spricht nichts dagegen, wenn der Bär wieder auf dem Kreisel aufgestellt wird und dort auch bleibt, wenn der neue Baum im Herbst gepflanzt wird“, beeilte sich der Sprecher der Verwaltung zu erklären.

Am 19. März kehrte der Bär auf seinen früheren Platz zurück – zur Freude nicht nur der Seckenheimer.

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