Seckenheim

Seckenheim 27 Kinder sind nach jetzigem Stand für das kommende Schuljahr noch unversorgt / Wasserschaden bereitet Probleme

Banges Warten auf Hortplätze

Archivartikel

Nach den Sommerferien kommt der Sohn von Natalya Lazareva in die Schule. Eigentlich ist das ein erfreuliches und besonderes Ereignis, doch der Schritt bereitet der zweifachen Mutter derzeit Sorgen. Denn sie weiß bisher nicht, wie sie ihr Kind nach dem Schulunterricht betreuen lassen soll: Ihr Sohn Sebastian ist eines von mehreren Kindern, die im Kinderhaus Süd in Seckenheim für das kommende Schuljahr noch ohne Hortplatz sind.

Die Betreuungssituation für Schulkinder im Stadtteil ist angespannt. Wie die Mannheimer Stadtverwaltung auf Anfrage mitteilt, stehen derzeit acht Vormerkungen für einen Hortplatz am Südstandort der Seckenheimschule (also im Kinderhaus Süd) auf der Liste. Freie Kapazitäten – nämlich 15 Plätze – gäbe es zwar im Bereich der Verlässlichen Grundschule, kurz VGS. Allerdings gilt dieses Betreuungsangebot nur bis 14 Uhr – ein Hortplatz dagegen bis 17 Uhr.

Begonnen hat das Problem mit einem Wasserschaden, zu dem es Ende März in einem Technikraum der städtischen Einrichtung in der Straße „Hinter den Dorfgärten“ gekommen war. Das gesamte Erdgeschoss muss seitdem saniert werden. In dem Gebäude sind jeweils zwei Krippen-, Kindergarten- und Hort-Gruppen untergebracht. Das Obergeschoss ist zwar weiterhin nutzbar, bestehende Gruppen sind zum Teil auch in andere Einrichtungen ausgewichen. Die Versorgung für die bestehenden Gruppen sei daher gesichert, heißt es von der Stadt.

Neue Plätze könne man in dieser Situation allerdings nicht einrichten. „Die Erweiterung des Hortangebotes ist erst nach Abschluss dieser Arbeiten möglich“, teilt eine Sprecherin mit. Die Stadt ging im April davon aus, dass die Renovierung sechs Monate dauern wird. Dass sie bis zum Beginn des neuen Schuljahrs im September fertig ist, ist daher unwahrscheinlich.

Eltern sind ratlos

„Wir stehen jetzt ohne Hortplatz da“, sagt Natalya Lazareva. Sowohl sie als auch ihr Mann seien aber berufstätig – in Vollzeit. „Wir wissen nicht, wie wir das Problem lösen sollen.“ Die Eltern und Schwiegereltern wohnen zu weit weg, um einspringen zu können. Eine Alternative wäre noch die Betreuung durch eine Tagesmutter – doch auch da steht die Familie nur auf einer Warteliste. Auf das Kinderhaus an der Stammschule in Seckenheim auszuweichen, ist ebenfalls keine Option. Denn dort sind derzeit sogar 19 Familien ohne Hortplatz, acht warten auf einen VGS-Platz.

Aus dem Rathaus wird versichert, dass man mit Hochdruck an einer Lösung arbeite. „Die Stadt plant neben dem Ausbau des Ganztagsbetreuungsangebotes am Standort Seckenheim-Süd auch die Einrichtung einer Gruppe für die Stammschule gemeinsam mit dem Schifferkinderheim“, teilt die Sprecherin mit. Derzeit laufe das notwendige Genehmigungsverfahren für die Räumlichkeiten. Nach aktueller Planung geht die Stadt davon aus, dass der Ausbau bis Ende des Jahres umgesetzt ist. Bis dahin müssten die Eltern aber für einige Monate die Betreuung durch private Initiativen oder Betreuungsangebote überbrücken.

Von Seiten der Stadt habe man ihr vorgeschlagen, ihren Sohn an der Astrid-Lindgren-Schule auf der Hochstätt anzumelden, erzählt Natalya Lazareva. „Das kommt für uns aber nicht in Frage.“ Denn dort kenne ihr Sohn niemanden. Und ganz ohne Freunde in die Schulzeit zu starten – das sei keine gute Lösung.