Seckenheim

Seckenheim Vortrag über die Entwicklung der Parteien

Bei der ersten Wahl ist das Zentrum vorne

Ein Blick auf die lokale Politik vergangener Zeit warf der zweite Vorsitzende des „Historischen Vereins“ Seckenheim, Wilhelm Stamm, bei seinem Vortrag im ehemaligen Ratssaal. Eingeladen hatte dazu der Freundeskreis der Bücherei. Vorsitzende Petra Fenske-Weise dankte Stamm für die Bearbeitung des Themas, das eine deutsche und letztlich weltweite Ebene erkennbar mache.

Stamm wählte als Schwerpunkt seines Vortrags den Zeitraum von 1800 bis 1849 und bewegte sich dann entlang der Seckenheimer Bürgermeister bis 1918/19. Obwohl es zur Entwicklung demokratischer kommunaler Strukturen die Badische Gemeindereform von 1831 gab, entstanden in den deutschen Landen aus den verschiedenen politischen Strömungen der Paulskirche erst ab 1848 differenzierte Lager.

Parteipolitische Orientierungen im moderneren Sinne sind sogar erst ab den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts erkennbar. Aus Liberalen, Konservativen, Katholiken und Sozialisten entwickelten sich nach und nach Parteien, wobei auf Seckenheimer Gemarkung sich ein bedeutendes Industrieproletariat erst mit den Gründungen der späteren Steinzeug 1873, mit der Ansiedlungen von Arbeitern und auch mit der Gründung der Rheinchemie und den Siedlungen auf dem Sand (heute Rheinau) entwickeln konnte.

Rheinau abgespalten

Mit der erzwungenen Abspaltung der Rheinau 1913 verliert Seckenheim nicht nur die Hälfte seiner Steuereinnahmen, auch die Sozialdemokratie büßt eine mögliche politische Mehrheit ein. So konnte eine andere starke Bewegung Bedeutung gewinnen, der bäuerlich orientierte Landbund.

Bei der ersten Wahl der Gemeindeverordneten nach Ende des Ersten Weltkriegs gaben in Seckenheim von 2300 Wählern sechs Prozent der USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei), 24 der SPD, 36 dem Zentrum, 15 der DDP (Deutsche demokratische Partei) und 19 Prozent dem Landbund ihre Stimme. hat