Seckenheim

Seckenheim Neu gegründete Bürgerinitiative zur Wiederaufstellung des Denkmals auf den Planken bittet Oberbürgermeister Peter Kurz in einem Brief um Hilfe

„Brunnen Symbol für Identifikation“

Archivartikel

Im Bezirksbeirat stand das Thema Zabbe-Brunnen am vergangenen Mittwoch – wieder einmal – nicht auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung. Daraus zu schließen, dass sich bei dem Dauerbrenner derzeit nichts tut, wäre jedoch falsch. Im Gegenteil: Hinter den Kulissen tut sich Einiges. Die Bürgerinitiative für den Zabbe-Brunnen auf den Planken bereitet ihre nächsten Aktionen vor; als erstes wandte sie sich nun schriftlich an Oberbürgermeister Peter Kurz.

Wie Initiator Berthold Arnold, seit vielen Jahren Vorsitzender der Angelsportler, mitteilte, fanden sich vor einigen Tagen mehrere engagierte Bürger Seckenheims zusammen, um eine Bürgerinitiative zur Wiederaufstellung des Zabbe-Brunnens auf den Planken ins Leben zu rufen. Sie nennt sich „Initiativgruppe Brunnen“ (IGB) und hat ihre Adresse bei Berthold Arnold im Hunsrück.

Auch Bordne und Hänssler dabei

Als erstes wandte sich die IGB an Oberbürgermeister Peter Kurz. Das Schreiben, das dem „MM“ vorliegt, ist unterzeichnet u. a. von Arnold, dem früheren Vorsitzenden der IG der Vereine, Werner Bordne, dem Chef des größten Vereins am Ort, der TSG, Andreas Hänssler, sowie von Dieter Fedel, Rolf Krüger, Bertram Huthmann und Heinrich Knorr.

„Wir wissen, dass der Bezirksbeirat den Badener Platz als neuen Standort ausgewählt hat“, heißt es in dem Schreiben: „Auch kennen wir die Begründung.“ Diese werde aber dem Sinn des Brunnens nicht gerecht, der zu seinem Bau führte.

Deutliche Kritik richtet die BI an den Bezirksbeirat. Dieser habe es unterlassen, „während der Bauzeit der Planken Einfluss auf deren Gestaltung“ zu nehmen, sei stattdessen in Sachen Brunnen „lange Zeit untätig“ geblieben, habe schließlich bei der Festlegung des neuen Standortes die Bürger „übergangen“. Daher habe sich die BI gründen müssen.

In ihrer Begründung für den Standort Planken verweist die Initiative auf den Charakter Mannheims als „Stadt der Stadtteile“. Seckenheim sei dabei „ein markanter Ort“ und stolz auf seine Tradition und sein bauliches Ensemble in der Ortsmitte. Rathaus und „Badischer Hof“ seien in den 1970er Jahren trotz anderweitiger Pläne bewusst gerettet worden: „Die Bürger Seckenheims haben also immer zur Erhaltung des Ortsbildes beigetragen.“ Private Eigentümer trügen dafür Lasten, die der Denkmalschutz mit sich bringe.

Herzstück dieses Ortsmittelpunktes ist nach Überzeugung der Initiative der Zabbe-Brunnen: „Er ist nicht nur ein Brunnen, sondern mehr ein Symbol zur Identifikation Seckenheims und ein Sinnbild seiner Geschichte“, betonen die Aktiven: „Es ist daher eine Selbstverständlichkeit, ja Notwendigkeit, dass er seinen Platz im Zentrum wieder einnimmt“, fordert die Initiative.

Die Initiative geht auch auf den Einwand der Befürworter des Alternativstandortes Badener Platz ein, wonach auf den Planken nach deren Umgestaltung keine Möglichkeit für einen Wasseranschluss mehr bestehe. „Da die Bedeutung als Symbol im Vordergrund steht, kann auf einen Wasseranschluss verzichtet werden“, argumentieren die Aktiven.

Die Initiative verweist auch darauf, dass der Standort Planken dem mehrheitlichen Willen der Bürger entspreche. Dabei erinnert sie an die 400 Unterschriften und das Ergebnis der Umfrage im Morgenweb, bei der sich 82 Prozent der Teilnehmer für die Planken ausgesprochen haben.

OB soll Badener Platz verhindern

Eindringlich appelliert die Initiative an den OB, die Umsetzung des Beschlusses für den Brunnen auf dem Badener Platz zu stoppen. Für Ende Oktober kündigt sie ein detailliertes Konzept des Künstlers Prof. Gernot Rumpf zur Wiederaufstellung seines Werkes auf den Planken an.

Für den 17. Oktober plant die BI eine öffentliche Veranstaltung. Außerdem soll eine Internetseite für ihr Anliegen werben. Und natürlich will sie auch bei der Kerwe ab 20. Oktober mit ihrem Thema präsent sein.